Wie Bremen das Alter von unbegleiteten Flüchtlingen feststellen will

  • Sozialsenatorin Stahmann stellt 138-seitiges Papier vor
  • Unterschiedliche Regelungen für Jugendliche und Erwachsene
  • Röntgen-Untersuchung, wenn Minderjährigkeit nicht ausgeschlossen werden kann
Drei Jugendliche gehen einen Flur entlang
Ein 138-seitiger Leitfaden soll regeln, wie Bremen das Alter von unbegleiteten Ausländern feststellt, die ohne Papiere nach Deutschland kommen. Bild: DPA | Uli Deck

Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) hat in der Sozialdeputation einen 138-seitigen Leitfaden vorgestellt, wie Bremen künftig das Alter von unbegleiteten Ausländern feststellen will. Demnach sollen – wenn keine Papiere vorgelegt werden, die das Alter zweifelsfrei dokumentieren – zwei Sozialpädagogen des Jugendamts das Alter der Person einschätzen. Dies soll nach Gesprächen über Fakten wie beispielsweise biographische Details, die Fluchtroute oder die Familiengeschichte passieren.

Wenn die Sozialpädagogen die Person als volljährig einschätzen, Minderjährigkeit aber nicht ausgeschlossen werden kann, soll eine medizinische Röntgen-Untersuchung folgen. Sollte die Person diese Untersuchung verweigern, wird das Alter auf Grundlage der bis dahin vorliegenden Erkenntnisse festgestellt.

Für Minderjährige und Erwachsene gelten unterschiedliche Regelungen

"Die zweifelsfreie Bestimmung des exakten Alters ist mit keiner Methode möglich", sagte Stahmann. "Wenn wir Minderjährigkeit nicht zweifelsfrei ausschließen können, wollen wir die jungen Menschen weiterhin unter den Schutz der Jugendhilfe stellen." Für die jungen Menschen hänge viel von dem Ergebnis der Altersfeststellung ab.

Mit der Jugendhilfe seien viele Unterstützungsangebote verbunden, beispielsweise die Schulpflicht als Zugang zu Bildung. Für Erwachsene gelten andere rechtliche Regelungen, diese haben solche Zugänge nicht.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 5. Juni 2020, 23:30 Uhr