Die Sonne tut Bremen so gut – und was löst das bei Ihnen aus?

Unsere Autorin ist ein Sommermensch – kaum zu glauben, was das aktuelle Wetter mit ihr macht. Aber die Sonne hat auch unbarmherzige Seiten.

Die Sonne scheint über dem Park in der Bremer Neustadt.
Sonne im Park. Für viele Bremer aktuell die Attraktion. Bild: Radio Bremen | Jörn Hüttmann

Ich liebe die Sonne! Sonnenschein ist herrlich! Sonnenschein macht alles besser! Verstehen Sie mich nicht falsch: Die paar "echten" Winterwochen hier in Bremen waren auch toll. Schlittenfahren war sofort eine neue Lieblingsbeschäftigung für mein zweieinhalbjähriges Kind. Aber mit Sonnenschein und Vorfrühling gibt es gleich so viele schöne Dinge mehr, die wir tun können.

Als großer Mensch auf dem Spielplatz macht es jetzt zum Beispiel gleich viel mehr Spaß. Statt eisig kalte Füße zu bekommen, während mein Kind ungerührt im Sand spielt, kann ich jetzt das Gesicht in die Sonne halten. (Vielleicht auch mal Thema: Warum wird Kindern in der Sandkiste auch bei Eis und Sturm eigentlich nie kalt, mir aber schon nach drei Minuten zugucken, nahezu unabhängig vom Wetter?)

Die Farben kommen zurück

Das Kind geht auch viel lieber spazieren als vorher: "Guck mal da! Lila Blumen! Das ist ja meine Lieblingsfarbe!" Sind wir mit dem Laufrad unterwegs, lächeln die Leute viel nachsichtiger als sonst, wenn das Kind sie frontal ansteuert, statt sie elegant zu umkurven.

Frisch erblühte Krokusse, darauf eine Biene.
Mein Kind beim Anblick von Krokussen: "Das sind alles meine Blumen, weil die sind ja lila." Bild: Imago | Future Image

Die ganze Familie freut sich auch darüber, die Übergangsjacken aus dem Schrank zu holen. Gut, dem Kind ist die Jacke an den Ärmeln zu kurz geworden, aber das fällt außer mir wahrscheinlich niemandem auf. Für mich ist es eh jedes Jahr ein Erlebnis, die Sommergarderobe wieder auszupacken. Über den Winter möchte ich lieber schwarz und grau tragen. Mit der Sonne kommt auch mein Wunsch nach Farbe zurück – und dann die Überraschung, was ich alles für schöne Klamotten besitze, die den Winter im Schrank verbracht haben.

Die Sonne hat auch unbarmherzige Seiten

Apropos Schrank: Woher kommt eigentlich der ganze Staub IN meinem Schrank? Obendrauf okay, aber drinnen? Und das ist ja auch eine Sonnen-Wahrheit: Diese tief stehende Sonne früh im Jahr leuchtet unbarmherzig jeden kleinen Winkel aus. Sind immer so viele Krümel auf unserem Boden? Was ist das für Dreck unter dem Sofa? Warum sind die Fenster auch da völlig verdatscht, wo das Kind gar nicht hinkommt? Was macht der Staub in der Waschküche? Woher kommt der ganze Kram im Keller? (Ja, okay, das Keller-Problem gab's im Winter auch. Aber wer hat im Winter Energie, sich darüber aufzuregen?)

Eine junge Frau balanciert auf einer Slackline im Gegenlicht der Frühlingssonne.
Bei Sonnenschein werden in Bremen unter anderem die Slacklines wieder herausgekramt. (Archiv) Bild: DPA | Uwe Zucchi

In meiner Nachbarschaft scheinen manche das schöne Wetter schon für einen ersten Frühjahrsputz zu nutzen. Eigentlich brummt immer irgendwo ein Staubsauger. Und gestern erst hat jemand die Fenster geschrubbt – mit lauter Schlager-Begleitung.

Schrubben kann Spaß machen

So ein Frühjahrsputz hat ja auch immer was Befreiendes. Weg mit dem Dreck! Weg mit den Altlasten! Endlich wieder Durchblick! Endlich wieder Leichtigkeit! Gerade jetzt ist ein Frühjahrsputz außerdem ein Projekt von perfekter Größe: Groß genug, um die Gedanken auf eine Sache zu konzentrieren – und sogar ein bisschen abzuschalten von den ganzen beunruhigenden Corona-Mutanten-Nachrichten. Und gleichzeitig klein genug, um nicht daran zu verzweifeln – ganz im Gegensatz zur beunruhigenden Corona-Mutanten-Weltlage. In dieser Relation gesehen ist es sogar noch zu verschmerzen, dass sofort neuer Staub aufzutauchen scheint, wenn man den alten weggewischt hat.

Auch ich möchte am liebsten gleich die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Das geht aber leider eher selten, weil wir sind ja jetzt immer draußen. Immerhin: Der Staub im Schrank ist dann weit weg. Und bis wir abends nach all dem lila Blumen Gucken und Leute knapp Umkurven wieder zu Hause sind, hat sich das mit der unbarmherzigen Sonne, die alle Ecken ausleuchtet, auch schon erledigt.

Warum man den Wetterumschwung nicht unterschätzen sollte

Video vom 21. Februar 2021
Ein Mann und eine Frau liegen auf einer Wiese in der Sonne.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Sarah Kumpf Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 25. Februar 2021, 23:30 Uhr