SWB plant Verbrennung von Klärschlamm

  • Verbrennungsanlage für Klärschlamm geplant
  • Standort laut SWB noch unklar
  • Klärreste dürfen ab 2030 nicht mehr als Dünger benutzt werden
Klärschlamm wird in einem Becken abgeschöpft.
Mehrere zehntausend Tonnen Schlamm aus Kläranlagen sollen ab 2022 in Bremen verbrannt werden. (Archivbild)

In Bremen soll eine große Verbrennungsanlage für Klärschlamm entstehen. Wie der "Weser Kurier" berichtet, könnte die Anlage auf dem Gelände des SWB-Kraftwerks Häfen entstehen – nur wenige hundert Meter entfernt von Oslebshauser Wohnstraßen. Friedhelm Behrens von der swb bestätigte zwar, dass eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage grundsätzlich geplant sei, der Standort aber noch nicht feststehe.

Behrens sicherte zu, dass mit allen Beteiligten über mögliche Standorte gesprochen wird. Dazu zählten selbstverständlich Anwohner, sofern welche betroffen sein sollten. "Es wird eine topmoderne Anlage mit entsprechender Technik sein, sodass sich Anwohner wegen der Emissionen keine Sorgen machen müssen."

Gesetzesänderung macht Schlammverbrennung notwendig

Bis zum Jahr 2030 müsse die Anlage ihren Betrieb aufnehmen, weil sich dann Gesetze änderten, ergänzte Behrens. Ab 2030 ist es verboten, die Gärreste aus Kläranlagen als Dünger zu benutzen und auf Felder zu streuen. So soll verhindert werden, dass Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände ins Grundwasser gelangen.

Umweltsenator begrüßt grundsätzliche Pläne zum Bau

"Die Verbrennung von Klärschlamm ist ökologisch eindeutig vorteilhaft gegenüber der Verbringung auf Äckern", sagte Frank Steffe, Büroleiter von Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Der Bau einer solchen Anlage in Bremen sei folgerichtig und grundsätzlich zu begrüßen. "Ein Antrag dafür liegt dem Ressort bislang nicht vor. Wenn er gestellt wird, wird die Eignung des konkreten Standorts selbstverständlich sorgfältig geprüft werden", so Steffe weiter.

Bereits 2016 hat sich eine Gruppe von Entsorgern zusammengetan, um eine Verbrennungsanlage zu realisieren. Dazu gehören eine Tochter der Oldenburger EWE, die SWB und die Hansewasser Ver- und Entsorgungs GmbH. Während die sich bereits darauf geeinigt haben, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, steht die Zustimmung des Kartellamts noch aus.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Dezember 2017, 19:30 Uhr