Kommt jetzt Hilfe für Bremens Kulturszene?

Für Bremens Kulturschaffende ist es ein Katastrophenjahr: leere Säle, leere Kassen. Nun hoffen sie auf eine Finanzspritze aus dem Bremen Fonds, über den der Senat berät.

Video vom 20. Oktober 2020
Der Besitzer des Pier 2 steht mit einem Mann im leeren Veranstaltungssaal
Der Besitzer des Pier 2 steht mit einem Mann im leeren Veranstaltungssaal Bild: Radio Bremen

Lange ist es her, dass im Pier 2 bis zu 2.800 Menschen gemeinsam gesungen und gejubelt haben. Keine Konzerte bedeuteten keine Einnahmen. Jetzt aber könnte es wieder losgehen. Zwar zwingen die Coronaregeln Geschäftsführer Oliver Brock dazu, bei geplanten Events nur noch 100 Zuschauer ins Pier 2 zu lassen. Aber dennoch könnte er mit einer entsprechenden Finanzspritze kostendeckend kalkulieren. Wenn nämlich der Fehlbetrag entsprechend abgesichert würde. Er hofft jetzt auf Hilfen "in einer Höhe bis zu 25.000 Euro pro Veranstaltung".

Das Geld soll vom Senat zur Verfügung gestellt werden. Die insgesamt 2,8 Millionen Euro kommen aus dem Topf des Bremen Fonds. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Er will damit nicht laufende Betriebskosten deckeln, sondern ganz konkret dafür sorgen, dass die Eventbranche wieder Veranstaltungen auf die Beine stellt.

Hoffen auf ein Comeback von Events

Theater-Scheinwerfer an einer Decke.
Sind finanzielle Hilfen ein echter Lichtblick für Bremens Kulturszene? Bild: Radio Bremen

Die Umsätze der Branche sind seit März oft nicht nur teilweise, sondern komplett wegfallen. Gut gemeinte Hilfen dürfen deshalb nicht verpuffen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ist es wichtig, wieder ganz konkret für Aktivität zu sorgen: "Wir wollen, dass die Veranstaltungsbranche im nächsten Jahr einen neuen Frühling erlebt."

Oliver Brock empfindet die Hilfe nicht als die große Rettung. Er ist sich sicher: "Bremens Veranstaltungsbranche wird nach Corona nicht mehr dieselbe sein wie vor Corona", sagt Brock. Er macht sich vor allem um die kleinen Clubs Sorgen.

Ich sehe nicht, dass wir Clubs wie Tower, Römer oder Lila Eule vor Herbst nächsten Jahres wieder öffnen können.

Mann mit braunem Cappy.
Oliver Brock, Geschäftsführer Pier 2

Bürgermeister Bovenschulte pflichtet ihm da bei: "Gerade Clubs, die sich nicht mit Hygienekonzepten und Abstandsregeln über Wasser halten können, stehen trotz Unterstützung auf der Kippe." Diese Sorge treibt auch das Wirtschaftsressort um: In der Vorlage zur Finanzspritze ist auch von der Befürchtung die Rede, dass es "einen erheblichen Verlust an Spielstätten geben" könnte. Profitieren sollen von den zweckgebundenen Unterstützungen "konkrete Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen wie Comedy, Livemusik, Klassik, Theater und Kleinkunst".

Zumindest für Konzert-Locations wie das Pier 2 bringt das Geld aus dem Bremen-Fonds nun eine kleine Erleichterung. Oliver Brock hat inzwischen das Internet für sich entdeckt: Bis an der Waterfront wieder Tausende bei Konzerten singen und jubeln, verfolgt er Plan B und plant, Veranstaltungen exklusiv auch im Internet zu streamen.

Autor

  • Immo Maus Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Oktober 2020, 19:30 Uhr