Darum können Sand und andere Urlaubsmitbringsel richtig teuer werden

Ein Stück einer schönen Reise mit nach Haus zu nehmen, das gehört einfach dazu. Die Ferien sind bald zu Ende – aber Vorsicht! Diese Souvenirs sollten Sie nicht im Gepäck haben.

Eine Hand hält eine kleine Glasflasche, die mit Sand gefüllt ist.
Je nach Urlaubsziel sollte man besser keinen Sand als Souvenir mitgehen lassen. Bild: Imago | Xinhua

Urlaubstypen sind ja bekanntlich verschieden – manche genießen die tropische Hitze Asiens, andere zieht es vielmehr in kühle Bergregionen, und auch das wechselhafte Wetter Großbritanniens hat es manchen angetan. Egal ob heiß oder kühl, an Urlaub erinnert man sich meist gerne zurück. Kleine Souvenirs aus nahen oder fernen Orten machen sich da gut in den heimischen vier Wänden – aber das ist nicht immer erlaubt und kann teuer werden.

1 Sand

Ein Schild an einem Strand auf Sardinien verbietet das Mitnehmen von Sand.
Auf Sardinien wurden Schilder aufgestellt, die vor dem verbotenen Mitnehmen von Sand warnen. Bild: DPA | Annette Reuther

Echter Sand vom Palmenstrand – das ist ein schöner Deko-Artikel, der aber teuer werden kann. Je nachdem, wo auf der Welt man ihn eingepackt hat. In Thailand und in der Dominikanischen Republik ist es beispielsweise verboten, Sand mitzunehmen. Auch auf der italienischen Insel Sardinien ist das wegen des Umweltschutzes gesetzlich verboten. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss mit einer Strafe von 500 bis 3.000 Euro rechnen.

In Deutschland kann man sich ruhigen Gewissens ein bisschen Sand mit nach Hause nehmen. Auf Juist habe man laut einer Sprecherin definitiv kein Problem mit übermäßigen Mengen an Sand, die von Besuchern eingepackt werden. Auch auf Langeoog bestehe keine Gefahr, dass durch die Sand-Souvenirs der Strand bedeutend abnehme. "Das tut alles nicht weh, im Gegenteil, bleibende Erinnerungen an unsere Insel sind doch schön", sagt ein Sprecher der Touristeninformation. Auch das Wangerland kann ein bisschen weniger Sand verkraften, die Wangerland Touristik mahnt in Sachen Souvenirs aber zur Rücksicht auf Wattbewohner.

Muscheln, Seeigel oder Krebse werden manchmal einfach eingepackt, obwohl sie noch leben.

Jenny Bornholdt-Haack, Wangerland Touristik

2 Nützliches aus dem Hotelzimmer

Vielleicht nicht hübsch, dafür aber nützlich? Getreu dem Motto "Alles einpacken – das kann man noch gebrauchen und hat man schließlich auch bezahlt" – wird wohl so manches Hotelzimmer von Urlaubern ausgeräumt. So verschwinden kleine Pröbchen, Cremes, Shampoo aber auch Handtücher oder Bademäntel reihenweise im Reisegepäck. Erlaubt ist das streng genommen nicht, aus dem Hotelzimmer dürfe nichts mitgenommen werden, auch das Shampoo sei eigentlich nur für den Aufenthalt bestimmt, bestätigt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband auf Nachfrage.

Wie Hotels mit ihrer abhanden gekommenen Ausstattung umgehen, ist demnach komplett unterschiedlich. Ein kleines Shampoo dürfte wohl in Vergessenheit geraten, anders ist es bei ausgefalleneren Souvenirs. "Größere Sachen, wie Bademantel und Handtücher werden manchmal im Nachgang auf Rechnung gestellt. In kuriosen Fällen – wenn der Fernseher oder Teppich fehlt – wird das natürlich der Polizei gemeldet“, sagt Sprecherin Stefanie Heckel.

3 Gefälschte Medikamente, zu viel Bier, Tee

Der Zoll ist vor allem an den Grenzen zu Nicht-EU-Staaten, zum Beispiel an der Grenze zur Schweiz und an Flughäfen und Häfen aktiv und kontrolliert Reisende. "Darüber hinaus kontrolliert der Zoll auch grenznah und im Binnenland, also auch an Autobahnen oder Bahnhöfen", erklärt Volker von Maurich vom Hauptzollamt Bremen. Für viele Waren gibt es eine sogenannte Reisefreimenge, die von außerhalb der EU eingeführt werden darf. Das sind beispielsweise 200 Zigaretten, 16 Liter Bier und Arzneimittel für den eigenen Gebrauch. Wichtig dabei: Die Arzneimittel dürfen keine Fälschungen sein und müssen eine Zulassung für den deutschen Markt haben, sonst werden sie beschlagnahmt. Wer sich nicht an die Reisefreimenge hält, muss im Regelfall Steuern zahlen, kann aber auch wegen Steuerhinterziehung angezeigt werden.

Aus dem Urlaub werden laut von Maurich oft Gegenstände mitgebracht, die im Reiseland erlaubt, in Deutschland aber verboten sind. Beispielsweise Coca-Tee und Coca-Schokolade aus Peru.

Aus Norwegen wird häufig Walfleisch mitgebracht, das dort nicht, aber in der EU streng geschützt ist

Volker von Maurich, Hauptzollamt Bremen

"Die häufigsten verbotenen Urlaubs-Souvenirs variieren von Jahr zu Jahr ein wenig. Grundsätzlich werden häufig zu Waren verarbeitete artengeschützte Tiere und Pflanzen beziehungsweise am Strand aufgesammelte Korallen, von denen die allermeisten unter Artenschutz stehen, eingeführt", sagt von Maurich.

4 Wilde Kakteen

Der kurioseste Fall des Bremer Zolls ereignete sich am Flughafen. Ein Mann hatte zwei Koffer dabei – komplett gefüllt mit Kakteen. "Diese hatte sich der Reisende in Mexiko aus einem wilden Kakteenfeld genommen. Da alle wilden Kakteen artengeschützt sind und der Reisende die notwendigen Unterlagen für eine artenschutzkonforme Einfuhr nicht vorlegen konnte, mussten die Kakteen beschlagnahmt werden", erklärt von Maurich. "Diese Kakteen mussten artengerecht untergebracht werden. Da jedoch nicht verschiedene Kakteenarten miteinander in einem botanischen Garten angepflanzt werden können, wurde die Unterbringung schwierig." Letztendlich landeten die Pflanzen in Linz in Oberösterreich.

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Autoren

  • Angela Weiß
  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. August 2019, 23:30 Uhr