Bremerhaven will Innenstadt-Qualität mit "Urbanen Inseln" steigern

Bremerhaven will Innenstadt-Qualität mit "Urbanen Inseln" steigern

Audio vom 16. Juli 2021
Menschen stehen verteilt vor einem roten Häuschen auf einem Platz.
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

In den Bemühungen um eine attraktivere Innenstadt ergreift Bremerhaven eine neue Maßnahme: Fünf rote Häuschen sollen als Bühne, Ruhepol oder Stadtgarten dienen.

Mit sogenannten "Urbanen Inseln" will Bremerhaven ein Angebot schaffen, das die gebeutelte Innenstadt aufwerten soll. In der Fußgängerzone und dem Columbus-Center gibt es viel Leerstand. Beklebte Schaufensterscheiben am ehemaligen Karstadt-Gebäude kaschieren ausgestorbene Geschäftsflächen. Der sterbende Einzelhandel ist nicht nur in Bremerhaven ein Problem, aber hier sehr sichtbar. Kleine, rote Häuschen sollen nun etwas Farbe und vor allem Leben zurück bringen.

Fünf dieser Konstrukte aus rotem Gestänge wurden jetzt an verschiedenen Orten aufgestellt. Sie sollen Treff- und Angelpunkt werden und flexibel nutzbar sein. Für Urban Gardening etwa. Als Bühne für Musik, Schauspiel, Comedy und Poetry Slam. Oder einfach zur Entspannung zwischendurch. Bezahlt wird das Projekt im Rahmen des Innenstadt-Aktionsprogramms aus dem Bremerhaven-Fonds. Hierfür hatte der Magistrat im September 2,5 Millionen Euro zur Bewältigung der Corona-Folgen bereitgestellt hat. Die Kosten für die "Urbanen-Inseln" belaufen sich dem Vernehmen nach auf knapp 100.000 Euro.

"Urbane Inseln" als Puzzleteil für die Innenstadt

"Wir haben in der Innenstadt an fünf Standorten diese 'Urbanen Inseln' ermöglicht, die in zwei Teilbereiche aufgeteilt sind", erklärt der zuständige Dezernent für das Stadtplanungsamt, Bürgermeister Torsten Neuhoff (CDU). "Es gibt den Chill-Bereich mit Ruhemöbeln, mit der Möglichkeit sich über QR-Codes mit Wald-, Bach- und Strandgeräuschen in eine Ruhephase zu begeben." Außerdem gibt es einen Stage-Bereich, mit dem die Kulturszene zum Mitmachen bewegt werden soll. "Jeder der eine Idee hat kann sich beim Kulturamt melden", so Neuhoff.

Wir haben ein Innenstadtsterben. Diese Problematik ist im Bundesland Bremen besonders prägnant. Und wir hoffen, dass wir mit diesen "Urbanen Inseln" ein Puzzleteil haben, mit dem wir die Verweildauer und Aufenthaltsqualität in dieser Innenstadt wieder verbessern.

Torsten Neuhoff
Torsten Neuhoff, Bremerhavener Bürgermeister

Klar ist Neuhoff aber auch, dass die Häuschen das Problem nicht alleine beheben. Vielmehr seien sie Teil einer Gesamtlösung. "Wir werden damit das Innenstadtsterben nicht verhindern, wir werden aber Innenstadt neu denken müssen." Dazu werde ein Mix aus Shopping, Gastronomie und Hotellerie, ebenso aus Wohnen und Arbeiten angestrebt. "Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal", sagt der Bürgermeister. Ein zentrales Filetstück sei das Karstadt-Grundstück. Man wolle sich nun anhören, welche Vorstellungen der neue Eigentümer hat. Gleichzeitig habe man eigene Ideen entwickelt. "In meiner positiven Vorstellung hoffe ich, dass dieser Platz gut genutzt wird", hofft Neuhoff mit Blick auf die "Urbanen-Inseln". "Hier soll Leben sein, das wäre ein gutes Ergebnis."

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 16. Juli 2021, 16:15 Uhr