Fragen & Antworten

Nach Unwetter: So bleiben Sie bei Starkregen nicht auf dem Schaden sitzen

Vollgelaufene Keller, überschwemmtes Auto: Wir erklären, wie sie für Unwetter vorsorgen können. Denn auch gegen Starkregen kann man sich versichern lassen.

Das Wasser von einem starken Regenfall schießt aus einer Toilette in den Keller eines Hauses.
Mit Rückschlag-Ventilen lässt sich verhindern, dass Wasser aus der Kanalisation ins Haus eindringt. Bild: DPA | Jürgen Jung
Wer zahlt bei vollgelaufenem Keller?
Für Schäden, die durch Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau entstehen, zahlt die Elementarschadenversicherung oder Naturgefahrenversicherung. Sie muss der Hauseigentümer abschließen und wird oft in Kombination mit der Wohngebäudeversicherung angeboten, sagt Barbara Kratz von der Bremer Verbraucherzentrale. "Man muss allerdings als Eigentümer dafür sorgen, dass Wasser ablaufen kann und dass Wasser nicht aus der Kanalisation ins Haus eindringen kann." Das lässt sich über ein sogenanntes Rückschlag-Ventil regeln, erklärt die Verbraucherschützerin. "Der Hauseigentümer muss sicherstellen, dass es auch funktioniert, es also in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen", sagt Kratz. Auch die Bremer Feuerwehr rät dazu, diese Ventile einsetzen zu lassen.

Besonders aufmerksam sollten Eigentümer aus Bremerhaven Versicherungsverträge durchlesen. "Für Schäden nach einer Sturmflut gibt es in der Regel keine Versicherung", sagt Kratz. Wer in Küstennähe wohne, solle sich die Vertragsbedingungen daher genau anschauen.
Soll man das Wasser sofort abpumpen lassen?
Wer wegen Starkregens einen Schaden hat, sollte zuallererst die Versicherung benachrichtigen, sagt Barbara Kratz. "Wenn möglich, sollte man den Schaden nicht beseitigen, bevor er aufgenommen wurde." Eventuell müsse man einen Sachverständigen einschalten, wenn unklar ist, wodurch der Schaden entstanden ist.
Was müssen Mieter beachten?
Wer durch einen vollgelaufenen Keller als Mieter Schäden hat, sollte sich an den Vermieter halten, rät Barbara Kratz von der Verbraucherzentrale. Denn der Eigentümer müsse dafür sorgen, dass eine Absicherung bestehe.
Wie sind Autos gegen Starkregen versichert?
Autos sind in diesen Fällen durch eine Teilkaskoversicherung geschützt. Allerdings in der Regel nur dann, "wenn sie während des Unwetters geparkt sind und der Fahrer nicht absehen konnte, dass es dort zu einer Überschwemmung kommt", sagt Kratz. "Fährt man während eines Starkregens in eine tiefe Pfütze hinein und entsteht dadurch ein Schaden, bleibt man meistens auf den Kosten sitzen." Mit dem Auto durch eine überflutete Unterführung zu fahren, sollte man sich also verkneifen.

Übrigens kann das auch mit dem Rad oder zu Fuß gefährlich werden, sagt Feuerwehrsprecher Michael Richartz. Viele Kanaldeckel seien sicherheitshalber zwar verschraubt, aber man könne nicht völlig sicher sein, ob man auf Öffnungen trete oder im Wasser etwas liege, was man nicht sehen und über das man stürzen kann.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 29. August 2019, 6 Uhr