Bremerhavens Tourismus: Nach Corona-Delle kommt ein neues Problem

Menschen gehen eine Promenade entlang. Im Hintergrund sind drei Gebäude zu sehen.
Bild: Imago | Eckhard Stengel
Bild: Imago | Eckhard Stengel

Zum Ende der Urlaubszeit lautet die Bilanz: Nach harten Corona-Monaten hat sich der Tourismus in Bremerhaven und an der Küste etwas erholt – doch nun droht eine andere Bremse.

Nach einer fast toten Tourismus-Saison 2020 scheint sich in Bremerhaven dieses Jahr einiges gebessert zu haben. Die Stimmung bei den Bremerhavener Tourismus-Unternehmern ist wieder gut: Das haben etwa die Touristikgesellschaft "Erlebnis Bremerhaven", das Klimahaus oder der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) buten un binnen bestätigt. Bei 38 Prozent lag die Bremerhavener Hotelauslastung im Juni – besser als 2020. Allerdings fehlt den Anbietern Umsatz, weil sie erst seit Mai wieder private Gäste aufnehmen durften.

Der erste Teil der Saison hat nicht stattgefunden, da konnten wir coronabedingt gar nicht aufmachen. Zum zweiten Teil der Saison ging es dann langsam los, hat sich stetig gesteigert. Mit dem zweiten Teil sind wir zufrieden.

Piet Rothe, Bremerhavens Dehoga-Chef

In den Küstenbereichen oft "alles ausgebucht"

Schiffe liegen im Hafen von Dorum-Neufeld.
In den klassischen Küstenorten (hier Dorum) waren oft alle Angebote ausgebucht. Bild: DPA | Alfons Hauke

Ziemlich gut lief die Saison offenbar in den klassischen Küstengegenden. In Orten wie Dorum nördlich von Bremerhaven etwa sei im Sommer "alles ausgebucht" gewesen, sagt Olaf Wurm, der beim Dehoga für die Nordseeküste zuständig ist. "Die Saison ist wirklich gut gelaufen, das kann man wirklich so sagen", so Wurm – und offenbar profitierte die Region davon, dass Deutschland wegen der Corona-Lage im Ausland ein Top-Ziel war: "Wir hatten viele Gäste, die noch nie an der Nordsee waren. Die haben mit Freude festgestellt, wie schön man hier Urlaub machen kann", freut sich Wurm. Er betont aber, dass das natürlich nur so positiv an den Orten war, die direkt an der Küste liegen. Wer keine so gute Lage oder einen Saalbetrieb habe, der etwa von Hochzeitsgesellschaften lebt, bei dem sehe es natürlich sehr viel düsterer aus.

Corona war an der Küste vor allem auch bei größeren Veranstaltungen zu spüren. Viele, wie das Deichbrand-Festival, fielen wieder aus. Andere mussten deutlich reduzieren: Das traditionelle Duhner Wattrennen in Cuxhaven etwa fiel mit 5.000 statt sonst bis zu 20.000 Gästen ungewöhnlich klein aus. Auch die Bremerhavener "Maritimen Tage" waren als Ersatz für die Sail eher mager: Es kamen etwa 58.000 Menschen statt zur Sail eine Million. Trotzdem ist Bremerhavens Dehoga-Chef mit den "Maritimen Tagen" zufrieden.

Einfach auch, um Bremerhaven in der Bekanntheit voran zu bringen, war es ein wichtiges Event. Und ich glaube, viele haben eben auch Spaß gehabt und konnten mal wieder ein Stück weit Normalität fühlen.

Piet Rothe, Bremerhavens Dehoga-Chef

Personalnot führt schon zu nicht vermieteten Zimmern

Piet Rothe
Bremerhavens Dehoga-Chef Piet Rothe Bild: Radio Bremen | Boris Hellmers

An der Nordsee hofft man, dass die Besucher, die nun das erste Mal da waren, nächstes Jahr wiederkommen. In Bremerhaven hofft die Touristikgesellschaft "Erlebnis Bremerhaven" außerdem auf mehr Besucher durch die Schulschiff Deutschland. Allerdings gibt es neben Corona zunehmend ein anders großes Problem: Es fehlt Personal für Hotels und Gaststätten, von Servicekräften bis zu Zimmerpersonal. In Bremerhaven, berichtet Piet Rothe, könnten Hotels ihre Zimmer teilweise schon nicht mehr vermieten, weil sie nicht rechtzeitig gereinigt werden könnten.

Autoren

  • Carolin Henkenberens Redakteurin und Autorin
  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 15. September 2021, 8.40 Uhr