Kinder entdecken ihre toten Eltern und rufen die Polizei

  • Polizei findet Elternpaar tot in Wohnung in Bremen-Hemelingen
  • Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus
  • Kinder werden jetzt vom Kinder- und Jugendnotdienst betreut
Nils Matthiesen

Für die Polizeibeamten muss es ein schwieriger Einsatz gewesen sein: Am Mittwochmorgen wurden in einer Wohnung in Bremen-Hemelingen die Leichen der Eltern von drei Kindern gefunden. Die Kinder befanden sich zu diesem Zeitpunkt auch in der Wohnung. Diese hatten die Toten selbst entdeckt und die Polizei alarmiert. Vor Ort konnten die Einsatzkräfte nur noch den Tod der beiden 30-Jährigen feststellen.

Blick auf einen Häuserblock in Bremen-Hemelingen.
In diesem Gebäudekomplex soll sich die mutmaßliche Beziehungstat ereignet haben.

Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einer Beziehungstat aus. Nach einer dritten Person werde daher zurzeit nicht gefahndet, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Eine Obduktion soll jetzt die genaue Todesursache klären.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, dass nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen die Vermutung naheliege, dass ein Elternteil zunächst den anderen und dann sich selbst getötet hat. Die drei Kinder sind alle jünger als zehn Jahre. Sie werden jetzt vom Kinder- und Jugendnotdienst betreut.

Kinder sollen wenn möglich zusammenbleiben

Der Sprecher der Sozialbehörde, Bernd Schneider, erklärte auf Nachfrage, dass es jetzt vor allem darum gehe, den Kindern so viel Stabilität wie möglich zu bieten. "Wenn möglich, werden die Kinder gemeinsam untergebracht", sagte er.

Bei jungen Kindern versuche man meist, eine Pflegefamilie zu finden. Um die Kinder zu schützen will die Behörde keine konkreten Angaben dazu machen, ob das schon gelungen ist. Sollte sich keine geeignete Familie für die Kinder finden lassen, werden sie in einer Jugendeinrichtung untergebracht. Generell würden aber ständig Pflegefamilien für die Unterbringung von Kindern gesucht, sagte Schneider.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 11. Juli 2018, 16 Uhr