Friseure geschlossen: 8 Tipps fürs Haarstyling in der Corona-Krise

Grauer Ansatz, zu langer Pony, rauswachsender Haarschnitt? Seit zwei Wochen haben sämtliche Salons geschlossen. Drei Bremer Friseure geben Tipps für Zuhause.

Eine Frau flechtet sich die Haare.
Wer längere Haare hat, kann seiner Kreativität beim flechten, stecken und Co. freien Lauf lassen. Bild: DPA | Christin Klose

Seit dem 22. März müssen sämtliche Friseursalons in Deutschland geschlossen bleiben. Das kann bei dem einen oder anderen schon mal zu leichter Panik führen. Auch laut "Google Trends" macht sich das bemerkbar: "Haare selber schneiden" wird immer häufiger gesucht. Doch nicht nur der rauswachsende Schnitt, auch Ansätze und Augen-verdeckende Ponys machen Sorgen.

Das Ehepaar Nicole und Andreas Piesbergen, das seit 1993 ihren Salon "Mex Coiffeur" in der Altstadt betreibt und der Leiter des Bremer Standorts von "Keller Haircompany", Jörg Hespenheide, verraten, wie Ihre Haare die Corona-Krise überstehen.

1 "Lasst die Finger von der Schere!"

Sonst scheuen sich viele davor: Sich selbst die Haare schneiden. Doch während der Corona-Krise ist auf einmal viel Zeit da. Also warum nicht ein paar Videos online schauen und lernen, wie man sich selbst den passenden Schnitt verpasst? Immerhin gibt es ein großes Angebot an Tutorials. "Das Ergebnis wird schön – schön scheiße", meint Andreas Piesbergen. Lieber solle man die Haare lassen, wie sie sind. Genauso sieht es Jörg Hespenheide: "Gerade verbreitet sich ein Video, auf dem erklärt wird, dass man sich am Hinterkopf einen Zopf machen und ihn dann gerade abschneiden soll. Das wäre dann ein schöner Bob." Ein Kollege habe dies an einem Frisurenkopf verdeutlicht. Das Ergebnis sei fürchterlich. "Lasst uns die Haare machen, sobald wir wieder dürfen", bittet er.

2 In Notfällen: Nacken ausrasieren

"Meine Tochter schneidet mir den Nacken aus", verrät Hespenheide. Dabei könne man relativ wenig verkehrt machen. Wichtigste Regel: Mit der Haarschneidemaschine entgegen der Wuchsrichtung rasieren. Allerdings sollte man sich nur auf das dringend Notwendige beschränken. Und vor allen Dingen nicht selbst Hand anlegen, sondern jemand anderen darum bitten.

3 Seitenscheitel gegen zu langen Pony

"Bitte schneidet euren Pony nicht selbst", sagt Nicole Piesbergen. Einfach gerade abschneiden funktioniere nicht. "Man muss gegebenenfalls Wirbel beachten und wir Friseure schneiden einen Pony nicht einfach gerade ab." Stattdessen wende man eine Zick-Zack-Technik an. "Ich empfehle, sich einen Seitenscheitel zu machen und den Pony seitlich zu tragen."

4 Zeitreise für den Kurzhaarschnitt

Zurück zu den goldenen 20ern! Da wurde nicht geföhnt, sondern pomadisiert. "Es gibt zahlreiche Produkte – unter anderem Gel – die man jetzt mal ausprobieren kann. Dadurch kann man dem Schnitt Konturen verleihen", sagt Nicole Piesbergen. "Früher war das auch nicht anders." Den Systemschnitt, wie wir hin heutzutage kennen, habe es damals noch nicht gegeben. Erst 1960 kam dieser aus England und USA nach Deutschland und der Bob wurde salonfähig. Während früher nach Gefühl geschnitten wurde, werden heute Kopf und Haare quasi geometrisch erfasst.

5 Langhaarschnitt: Föhnen, stecken, flechten

Alle, die mindestens schulterlanges Haar haben, dürfen nun ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sollen die Haare kürzer wirken, rät Jörg Hespenheide dazu, sie nach dem Waschen in Form zu föhnen. Dadurch hebe sich das Haar und sitze kürzer. Ansonsten biete es sich an, im Internet Tutorials anzuschauen und die ein oder andere Flechtfrisur zu erlernen. "Und der Evergreen Dutt geht immer", meint Nicole Piesbergen. Je nach Gesichtsform solle dieser höher oder niedriger, fester oder lockerer sitzen.

6 Zick-Zack-Scheitel gegen den Ansatz

Noch auffälliger als ein rauswachsender Haarschnitt ist ein rauswachsender Ansatz. "Bitte nicht selbst färben", sagt Andreas Piesbergen. Braun sei weniger kritisch, doch blond die absolute Königdisziplin. Stattdessen rät er zum Comeback aus den 90ern: Dem Zick-Zack-Scheitel. Alternativ empfiehlt Jörg Hespenheide Ansatzspray. "Das ist ganz einfach aufzutragen, wie Wimperntusche", erklärt er. Allerdings halte es nur bis zur nächsten Haarwäsche.

7 Goodbye Dauerwelle

"Wer jetzt noch eine Dauerwelle trägt, der sollte sie rauswachsen lassen", findet Nicole Piesbergen.

8 Zeit für Haarpflege

"Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, warum man keine Zeit für eine Haarkur hat", meint Andreas Piesbergen. Mit einer Pigment-Kur lasse sich auch die Haarfarbe wiederauffrischen. "Von Hausmitteln wie Zitronen oder Olivenöl rate ich ab."

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. April 2020, 23:30 Uhr