Corona-Testpflicht an Bremer Schulen sorgt für Ärger bei Eltern

Die Bremer Bildungsbehörde zieht weiter den Unmut von Eltern auf sich. Aber auch das Vorgehen des Zentralelternbeirats (ZEB) sorgt für Kritik.

Ein mobiles Test-Team bereitet sich im Klassenraum einer Grundschule auf die Probenentnahme für PCR-Tests vor.
Ab dem 19. April gilt an Bremer Schulen eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler. (Symbolbild) Bild: DPA | Sina Schuldt

Das Vorgehen der Bildungsbehörde in der Corona-Pandemie sorgt unter Bremer Eltern weiter für Unmut. Ab nächstem Montag dürfen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer das Schulgelände nur noch mit negativem Corona-Test betreten. Bereits seit heute müssen Grundschüler im gesamten Schulgebäude Masken tragen.

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In einem Brief an die Bremer Eltern, der buten un binnen vorliegt, schreibt der Zentralelternbeirat der Stadt Bremen (ZEB), dass viele Eltern über die ab dem 19. April geltende Verpflichtung zu zwei Corona-Tests pro Woche verärgert seien. Aus Sicht des ZEB wäre diese Testpflicht allerdings gar nicht nötig geworden, wenn sich zuvor mehr Schüler und Lehrer freiwillig getestet hätten.

Laut der aktuellsten Zahlen der Bildungsbehörde, wurden in der Woche vom 28. März in der Stadt Bremen 34.700 Tests mit Schülern durchgeführt. Insgesamt gibt es in der Stadt Bremen rund 54.000 Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Wie viele Schüler sich mehr als einmal getestet haben, kann die Bildungsbehörde nicht sagen. Klar ist in den Augen der Behörde aber: "Die Quote der Getesteten sollte höher sein." Jetzt kommt also die Testpflicht.

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Mit seinem Brief an die Elternschaft zieht der ZEB allerdings auch selbst den Unmut einiger Eltern auf sich. Der Tenor der Kritik: Der ZEB vertrete nicht die Meinung aller Eltern.

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Klar wird aber auch: Die Bildungsbehörde wird es nicht allen Eltern recht machen können. So kritisieren einige, dass die Bremer Schüler ab dem 19. April in den Schulen getestet werden sollen. In diesen Gruppensituationen sehen einige wohl ein großes Risiko und fordern, die Tests zu Hause durchführen zu dürfen. Laut ZEB denkt die Bildungsbehörde darüber nach, das zumindest für die Grundschüler zu ermöglichen. Zu dieser Frage, will sich die Bildungsbehörde nicht äußern.

Andere Eltern wiederum sehen es als zu riskant an, wenn die Tests zu Hause durchgeführt würden, weil so nicht kontrolliert werden könne, ob die Tests auch richtig durchgeführt werden.

Laut Bildungsbehörde sollen die Tests – Stand jetzt – in der Schule unter Aufsicht der Lehrer durchgeführt werden. So soll gewährleistet werden, dass die Schüler die Tests richtig anwenden. Wenn ein Schüler keinen Test machen will, muss er wieder nach Hause. Sofern die Bedingungen stimmen, können Schüler auch von zu Hause aus lernen. In diesem Fall besteht keine Testpflicht.

Für schriftliche Prüfungen gilt die Testpflicht nicht

Die Testpflicht gilt auch nicht für schriftliche Prüfungen, die in der Schule durchgeführt werden. Die Bildungsbehörde will so sicherstellen, dass alle Schüler einen gleichwertigen Schulabschluss erlangen können. "Natürlich kann es dann sein, dass eine Schülerin neben einem ungetesteten Schüler sitzt", sagte die Sprecherin der Bildungsbehörde, Stephanie Dehne, buten un binnen. Generell würden aber weiterhin die Abstands-, Masken- und Lüftungsregeln gelten. Grundsätzlich würden hier der Gesundheitsschutz den Bildungszielen gegenüberstehen.

Fragt man bei der Gesundheitsbehörde nach, wie dort die Dinge bewertet werden, lässt sich erahnen, dass man sich dort schon länger härtere Maßnahmen in den Schulen wünscht. "Wir haben wichtige Änderungen für den Schulbetrieb eingeführt: die Maskenpflicht auch in den Grundschulen haben wir schon länger befürwortet, die Testpflicht ist wichtig und konsequent", teilt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) mit.

Maskenpflicht für Bremer Grundschüler sorgt für Kritik

Video vom 12. April 2021
Schüler sitzen im Klassenzimmer
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. April 2021, 19:30 Uhr