Bremer Telefonseelsorge: Corona-Pandemie lässt Menschen verzweifeln

Seit Beginn der Pandemie gab es fast ein Viertel mehr Anrufe als im vergangenen Jahr. Die Themen sind Einsamkeit, häusliche Konflikte und die Sorge, sich zu infizieren.

Audio vom 22. Dezember 2020
Eine Frau sitzt an einem Tisch und hebt einen Telefonhörer ab.
Bild: DPA | Patrick Pleul

Die Bremer Telefonseelsorge hat seit Ausbruch der Corona Pandemie deutlich mehr zu tun. Das hat die Bremische Evangelische Kirche mitgeteilt. Bis zum Jahresende werden es demnach rund 14.400 Telefonate sein, die zeigen, wie schwer die Pandemie für viele Menschen zu ertragen ist. Das sind fast ein Viertel mehr als im Jahr davor. Die Themen sind hauptsächlich Isolation, Einsamkeit, häusliche Konflikte und die Sorge, sich zu infizieren. "Die Menschen sind von diesem Jahr einfach erschöpft und müde – sie fühlen sich überfordert. Gerade auch mit dem anstehenden Weihnachtsfest", sagte Pastor Peter Brockmann. Wenn sich Traditionen veränderten, mache das vielen zusätzlich Angst.

Viele Anrufende berichten von Symptomen wie Angst, körperlichen Beschwerden oder einer depressiven Grundstimmung. Und natürlich kommen durch die Schließungen und die Kurzarbeit finanzielle oder sogar existenzielle Ängste hinzu.

Pastor Peter Brockmann

Die rund 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bremer Telefonseelsorge arbeiten rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Auch an den Feiertagen ist die Hotline unter der Nummer 0800 111 0 111 erreichbar.

Bremer Telefonseelsorge: Wenn Corona auf die Psyche schlägt

Video vom 3. Januar 2021
Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch. Sie telefoniert und schaut auf den Computermonitor.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 22. Dezember 2020, 12 Uhr