Bremer Bosch-Arbeiter streiken, weil ihr Werk dichtgemacht werden soll

  • IG Metall ruft zum Streik auf – 200 Mitarbeiter beteiligen sich
  • Die Gewerkschaft fordert einen Sozialplan
  • Bosch-Werk in Bremen-Huchting soll geschlossen werden
Mitarbeiter von Bosch sitzen im Kreis um eine Feuertonne während des Warnstreiks.
Der Warnstreik soll mit einer Kundgebung um etwa 8:30 Uhr enden.

Im Bremer Bosch-Werk in Huchting sind rund 200 Mitarbeiter am Donnerstagmorgen in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft IG Metall hatte dazu aufgerufen. Hintergrund der Aktion sind die laufenden Verhandlungen mit der Geschäftsführung von Bosch, die ihre Produktion im Stadtteil Huchting schließen will. Die IG Metall fordert einen Sozialplan für die Beschäftigten.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) haben die Streikenden am Morgen besucht und versichert, sich nach Kräften für die Belegschaft einzusetzen.

Gewerkschaft: Auftragslage gut

Mitarbeiter von Bosch streiken vor dem Firmengebäude. Die IG Metall hatte zu dem Warnstreik aufgerufen.
DIe IG Metall hatte zum Warnstreik aufgerufen. Sie fordert einen Sozialplan für die Beschäftigten.

Die Gewerkschaft wirft dem Bosch-Mutterkonzern in Stuttgart vor, sich in zentralen Fragen nicht zu bewegen und hat die bisherigen Verhandlungen für gescheitert erklärt. So sei der Konzern nicht bereit, die Produktion über das Ende des Jahres hinaus fortzusetzen, obwohl es genug Aufträge gebe. Umstritten bleibt auch die Dauer einer Transfergesellschaft für die Mitarbeiter. Die Bremer Geschäftsführung hatte neue Verhandlungen in Aussicht gestellt, einen Termin dafür gibt es aber bisher nicht.

Bosch stellt in Huchting Lenksäulen her, macht nach eigenen Angaben damit aber seit einigen Jahren nur noch Verluste. Das Ende der Produktion betrifft 240 Arbeitsplätze. Nur ein 30-köpfiges Team von Entwicklern soll in Bremen übrig bleiben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 9. Januar 2020, 6 Uhr