Ex-Reeder Stolberg: "Ich bereue zutiefst"

  • Beluga-Prozess mit Plädoyers fortgesetzt
  • Staatsanwaltschaft forderte viereinhalb Jahre Haft, Verteidigung will Bewährungsstrafen
  • Urteil in der kommenden Woche erwartet
Der Angeklagte Nils Stolberg in einem Gericht eine Notiz lesend.

Das Landgericht Bremen hat den Prozess um den Zusammenbruch der Beluga-Reederei mit den Plädoyers am Donnerstag fortgesetzt. Die Anwälte forderten für den Firmengründer Niels Stolberg eine Bewährungsstrafe, ebenso für die anderen Mitangeklagten - drei ehemalige Führungskräfte der Reederei.

Der Hauptangeklagte Stolberg nutzte den letzten Verhandlungstermin vor der Urteilsverkündung, um sich noch einmal abschließend zu äußern.

Ich bereue zutiefst.

Niels Stolberg, Hauptangeklagter im Strafprozess um die insolvent gegangene Bremer Beluga-Reederei

Stolberg richtete sich am Donnerstag direkt an das Gericht: "Ich wünschte, ich hätte damals andere Entscheidungen getroffen." Der ehemalige Beluga-Chef sprach auch von den zermürbenden Folgen des Zusammenbruchs der Reederei vor sieben Jahren, sein Lebenswerk sei zerstört, ebenso seine Reputation. Stolberg sprach von einer "sozialen Ächtung". Er bezog sich auch auf seine schwere Krebserkrankung, die während des über zweijährigen Verfahrens ausgebrochen war.

Das Gericht will in der kommenden Woche sein Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre Haft für Stolberg gefordert, seine Verteidiger eine Bewährungsstrafe.

Beluga war unter Stolbergs Führung zu einer der größten Schwergut-Reedereien weltweit aufgestiegen, bis sie dann 2011 in die Insolvenz ging. Der Prozess gilt als der größte Wirtschaftsprozess in Bremen seit dem Zusammenbruch der Vulkan-Werft.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. März 2018, 19:30 Uhr

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