Fragen & Antworten

So sehen Sie in der Nacht den Sternschnuppen-Regen über Bremen

Die Erde kreuzt dieses Wochenende wieder einen Sternschnuppen-Strom. Diesmal sehen wir die Schnuppen besonders gut. Wie und warum, erklärt Planetariums-Leiter Vogel.

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel in Nevada USA Spring Mountains National Recreation Area.
Der August ist der Sternschnuppen-Monat. Dieses Jahr sind die Schnuppen besonders gut zu sehen. Bild: Imago | Zuma Press
Gibt es in diesem August ein Sternschnuppen-"Gewitter"?
Man darf nicht erwarten, dass es einen ganzen Sternschnuppen-Sturm gibt. 60 Sternschnuppen pro Stunde kann man sehen, wenn die Bedingungen stimmen. Also bei richtig dunklem Himmel, freier Sicht überall, keine Bäume, die etwas verdecken. Man muss schon ein paar Minuten warten, bis man eine Sternschnuppe sieht, aber man wird sicherlich alle zwei bis drei Minuten eine helle Sternschnuppe sehen können.
Spielt das Wetter auch mit?
Ja, das Wetter sieht gut aus, es wird Wolkenlücken geben. Es lohnt sich auf jeden Fall, Bremen zu verlassen. Bremen selber ist ja sehr hell, und deshalb sollte man sich einen Ort etwas außerhalb Bremens suchen.
Warum kann man die Schnuppen dieses Jahr besonders gut sehen?
Dieses Jahr haben wir die Chance besonders viele Sternschnuppen zu sehen, weil Neumond ist. Das heißt, der Mond stört die Beobachtung überhaupt nicht. Im letzten Jahr sah das noch etwas anders aus. Jeder kennt das, in einer Vollmondnacht sieht man ganz wenig Sterne und ganz wenig Sternschnuppen. Aber diesmal ist Neumond, deshalb sind die Bedingungen sehr gut.
Warum sind überhaupt so viele Sternschnuppen zu sehen?
Die Sternschnuppen habe ihren Ursprung in einem Kometen, der war 1992 in Erdnähe. Immer wenn ein Komet der Sonne und der Erde nahe kommt, verliert er Material entlang der Spur, er zieht quasi eine Art Staubspur durch das All. Und dieses Wochenende fliegen wir mit der Erde durch diesen Staubstrom. Und wir sind ziemlich schnell unterwegs. Wir treffen uns mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Sekunde. Und dabei fangen die kleinen Teilchen – die sind nicht größer als eine Erbse oder Sandkorn – an zu glühen. Die Sternschnuppe als Teilchen kann man gar nicht sehen, dazu sind die viel zu klein, aber die Leuchterscheinung, die kann man gut beobachten.
Die Sternschnuppen heißen ja Perseiden, was ist das?
Der Name leitet sich vom Sternbild Perseus ab. Das heißt, der Radiant des Sternschnuppenstroms ist im Sternbild Perseus, und das ist für uns besonders günstig, weil der Perseus schon um 22 Uhr, also wenn es gerade anfängt dunkel zu werden, sehr hoch steht. Darum kann man so viele Sternschnuppen sehen. Jetzt muss man aber nicht Richtung Perseus schauen, sondern die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. Der Radiant bedeute nur: Wenn ich die Spuren rückwärts verlängere, dann würden sich alle in der Nähe des Sternbilds Perseus treffen, und daher der Name.
Es heißt ja, wenn man sich was wünscht, geht es in Erfüllung. Woher kommt das?
Das kommt vermutlich daher, dass Sternschnuppen als selten gelten. Aber so selten sind die gar nicht, wir schauen nur einfach nicht mehr hin. Und deshalb empfindet man das wohl als großes Glück, wenn man endlich mal eine sieht. Wer heute Abend eine Sternschnuppe sieht kann das ja mal ausprobieren, sich etwas wünschen und zusehen, ob es in Erfüllung geht.
Wünschen Sie sich auch was?
Bei Sternschnuppen nicht mehr. Ich wünsche mir gutes Wetter und möglichst viele Sternschnuppen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 12. August 2018, 16:50 Uhr