Eurogate in Bremerhaven will Stellen streichen

  • Wie viele Stellen gestrichen werden, ist unklar
  • Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Unternehmen nicht aus
  • Die verbliebenen Hafenarbeiter sollen künftig mehr und schneller arbeiten
Das Eurogate Container-Terminal in Bremerhaven vom Wasser aus gesehen.
Bereits im August hatte Terminalbetreiber Eurogate angekündigt, dass die Betriebskosten gesenkt werden müssen. Bild: DPA | Petra Schumacher/hafen-fotos.de

Im August hatte der Vorstand in einem internen Video angekündigt, die jährlichen Betriebskosten bis 2024 um 84 Millionen Euro drücken zu wollen. Nun spricht Eurogate zum ersten Mal im Zusammenhang mit anstehenden Sparprogrammen von Stellenabbau. Der Abbau solle "so weit wie möglich" sozialverträglich erfolgen. Wie viele der rund 4.000 Stellen an den Eurogate-Containerterminals in Bremerhaven und Hamburg wegfallen sollen, steht laut Vorstand aber noch nicht fest.

Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Unternehmen nicht aus. Damit macht Eurogate im Vorfeld der Verhandlungen mit dem Betriebsrat Druck. Dieser äußerte sich bislang nicht.

Die nächsten Monate entscheiden über die Zukunft von Eurogate. Wir müssen uns jetzt verändern, Strukturen in erheblicher Weise verbessern und unsere Umschlagprozesse beschleunigen. Nur dann können wir unsere Eigenständigkeit bewahren und aus eigener Kraft unternehmerische Entscheidungen treffen.

Thomas Eckelmann und Michael Blach, Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung von Eurogate in einer Pressemitteilung

Das Hafenunternehmen begründet den angekündigten Stellenabbau vor allem damit, dass die Gruppe bis zum Ende des dritten Quartals schon mehr als 23 Millionen Euro Verlust geschrieben habe. Besonders große Probleme gibt es demnach in Bremerhaven und Hamburg. Die Hafenarbeiter müssen nach Ansicht der Geschäftsleitung mehr und schneller arbeiten. Betriebliche Pausen und Ablösezeiten sollen auf ein "vertretbares Maß" reduziert werden. Hamburg und Bremerhaven seien im Wettbewerb mit der europäischen Konkurrenz wie Rotterdam und Antwerpen deutlich zurückgefallen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Nachmittag, 10. November 2020, 16 Uhr