Arbeiter finden Teil der historischen Bremer Stadtmauer

Das Fragment stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert. Bauarbeiter legten es an der Baustelle des ausgebrannten Kaufhauses "Harms am Wall" frei.

Freigelegte Stadtmauer auf der Baustelle Harms Am Wall
Eine Grabungsfirma aus Göttingen wird die Mauerreste in den kommenden Tagen ausgraben.

Auch, wenn archäologische Funde auf Baustellen in Bremen nicht allzu selten sind: "Das hier ist wirklich etwas Besonderes", sagte Dieter Bischop von der Landesarchäologie Bremen. Denn das halbmondförmige Stück alte Mauer, das in der Herdentorswallstraße freigelegt wurde, sei nicht nur irgendein Teil der Stadtmauer, sondern Teil eines Halbturms. Vermutlich war er im 13. Jahrhundert gebaut worden, um die Stadt besser mit Armbrust und Scharfschützen verteidigen zu können.

"Nach der Zerstörung im Krieg wurden die Türme aber nicht dokumentiert", sagte Bischop weiter. Deswegen sei dies wohl die letzte Möglichkeit, einen von ihnen so zu sehen. Und damit das auch in Zukunft möglich ist, sollen die Mauerreste jetzt abtransportiert werden. "Wir werden versuchen, einen Großteil zu bergen und sie im öffentlichen Bereich auszustellen", erklärte Bischop. Ein möglicher Ort dafür sei die Passage, die gerade an der Fundstelle gebaut wird.

Bauzeit wird sich wohl nicht verzögern

Die Bauzeit werde sich durch die Ausgrabungen aber vermutlich nicht verlängern. "Wir hatten schon Zeit für die Archäologie eingeplant. Der Fund war keine wirkliche Überraschung", sagte Bischop. Er hätte durch alte Pläne schon vermutet, dass an dieser Stelle Teile der Stadtmauer gefunden werden könnten.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 29. Oktober, 14:00 Uhr