Terror-Gefahr: Was für die Festival-Sicherheit getan wird

Sommer, Musik und Party – drei große Festivals stehen demnächst in Bremen und umzu an. Nach den jüngsten Anschlägen und Terrorwarnungen fragen sich nun viele: Wie sicher sind die Großveranstaltungen?

Blick auf die Bühne beim Deichbrand-Festival
Wie kann die bestmögliche Sicherheit von zehntausenden Besuchern gewährleistet werden? Diese Frage stellen sich Festivalveranstalter und Behörden ständig neu. Bild: Deichbrand | Hinrich Carstensen

Wie sicher sind die Festivals in Bremen und umzu? Spätestens seit dem Anschlag nach einem Konzert von Popstart Ariana Grande in Manchester mit 22 Toten und dem vermeintlichen Terroralarm bei "Rock am Ring" ist diese Frage unausweichlich. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr überarbeiten zusammen mit den Veranstaltern ständig die Sicherheitskonzepte.

Denn jede Großveranstaltung ist mit Gefahren verbunden – unabhängig von einer latenten Terrorgefahr. Jüngstes Beispiel dafür ist die Massenpanik in Turin beim Public Viewing des Champions-League- Finales, wo am vergangenen Sonntag bis zu 1.500 Menschen verletzt wurden. Bei der "Loveparade" im Jahr 2010 starben in Duisburg 21 Menschen – ebenfalls bei einer Massenpanik. Beim Festival in Roskilde kam es im Jahr 2000 zu einem tödlichen Unfall, als Menschen auf matschigem Boden vor der Bühne ausrutschten und neun Zuschauer vom nachrückenden Publikum erdrückt wurden.

Spaß und Freude an der Musik bewahren

Grundsätzlich lässt sich dennoch sagen, dass die Festivals verhältnismäßig sicher sind. Alle Veranstalter der kommenden Festivals in der Region sind sich in einem Punkt einig: Niemand sollte sich einschüchtern lassen und zu Hause bleiben. Man dürfe sich den Spaß und die Freude an der Musik nicht verderben lassen.

1 Breminale

Breminale 2016
Die Breminale soll eine offene und "zaunlose" Veranstaltung bleiben.

(5. bis 9. Juli in Bremen, ca. 200.000 Besucher) – Schillernd, bunt und offen: Seit 30 Jahren ist die Breminale am Osterdeich ein Kulturfestival der besonderen Art. Das solle auch so bleiben, betont der Veranstalter Sternkultur. "Wir haben die Freiheit, ein großes Fest in der Stadt zu feiern." In den vergangenen Wochen habe es häufig die Frage gegeben, ob nach den jüngsten Anschlägen das Gelände eingezäunt werde. Die klare Antwort von Sternkultur: Nein. Ein Zaun würde völlig gegen das Prinzip der Breminale verstoßen. Für eine bestmögliche Sicherheit der Besucher sei man im ständigen Austausch mit Polizei und Innenbehörde.

2 Hurricane

Ein Ordner durchsucht am beim Hurricane in Scheeßel den Koffer eines Festivalbesuchers (Archivbild)
Auf dem Hurricane-Festival wird es strenge Einlasskontrollen geben. Bild: DPA | Ole Spata

(23. bis 25. Juni in Scheeßel, ca. 70.000 Besucher) – Es seien strenge Einlasskontrollen vorgesehen, sagt der Veranstalter FKP Scorpio. Aber absolute Sicherheit gebe es nicht. Die reibungslose Räumung des Festivalgeländes von "Rock am Ring" nach einem Terrorverdacht habe aber gezeigt, dass Behörden und Veranstalter gut vorbereitet seien. Die Polizei in Rotenburg hat eher einen Blick auf Kriminalität, wie beispielsweise Diebstähle, Handgreiflichkeiten, Drogenmissbrauch oder Sexualstraftaten. Die Polizei bittet generell alle Festivalbesucher, immer ein offenes Auge zu haben und Polizisten oder Security anzusprechen, wenn irgendwas merkwürdig ist.

Über einzelne Vorkehrungen im Konzept möchten wir keine Auskunft geben, da ein Baustein auch die Geheimhaltung der getroffenen Vorkehrungen darstellt, um potentiellen Gewalttätern etwaige Planungen zu erschweren.

Jonas Rohde, FKP Scorpio Konzertproduktionen

3 Deichbrand

Drei Festivalbesucher gehen vor Beginn des Musikfestivals "Deichbrand" mit einer Schubkarre voller Gepäck zum Eingang
Bei vielen Festivals ist Zelten fester Bestandteil – dort gibt es allerdigs kaum Kontrollen. Bild: DPA | Alexander Hecker

(20. bis 23. Juli in Nordholz, ca. 50.000 Besucher) – Ein Festival generell sei eine Art Hochsicherheitstrakt, sagt Deichbrand-Veranstalterin Judith Reimann. Auf den Veranstaltungen seien so viele Sicherheitskräfte und Polizisten im Einsatz wie kaum woanders. Sie vertraut den Behörden. Denn die seien die Experten, und die Veranstalter müssten und wollten bei großen Events mit ihnen zusammenarbeiten.

  • Alexander Drechsel

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 7.6.2017, 14:20 Uhr