Abwracken der "Seuten Deern" noch nicht finanziert

  • Für das Abwracken des Traditionsseglers fehlt Geld
  • Das Land Bremen und Bremerhaven müssen die Summe aufbringen
  • "Seute Deern" ist nach einem Brand im Hafen versunken
Der Dreimaster "Seute Deern" liegt im Museumshafen und wird abgepumpt.
Aktuell werden in einem Gutachten verschiedene Vorschlägen zusammengefasst, wie und ob die "Seute Deern" Bremerhaven noch erhalten bleiben könnte. Bild: Radio Bremen | Joschka Schmitt

Viel ruhmloser kann ein Großsegler nicht enden. Seit Monaten liegt der marode Holzrumpf der "Seuten Deern" in einem Sandbett am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven, drumherum ein Bauzaun. Das Schiff war nach einem Brand im Hafen versunken. Viel gearbeitet wird am einstigen Wahrzeichen der Seestadt nicht. Derzeit werde das Schiff digital vermessen und dokumentiert, sagt DSM-Sprecher Thomas Joppig. Originalteile wie die Galionsfigur und das Steuerrad seien geborgen worden.

Eigentlich soll die "Seute Deern" nach dem Brand abgewrackt werden, nur das Geld dafür ist noch nicht da. Außerdem stecken das Bundesland Bremen , die Stadt Bremerhaven, das DSM und der Bund in komplizierten Gesprächen: Was soll nach der "Seuten Deern" kommen, wie geht es mit den anderen Museumsschiffen des DSM weiter? Denn auch unter ihnen gibt es mehrere Sanierungsfälle.

Kosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro

"Die Rückbaukosten betragen rund drei Millionen Euro", sagt ein Sprecher der Bremer Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Das DSM kann die Summe nicht aufbringen. Also müssten die Museumsstifter einspringen, das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven. Darüber befinde man sich "aktuell in Gesprächen", sagt Sprecher Sebastian Rösener. Doch das kleinste Bundesland und die Hafenstadt an der Außenweser sind dauerklamm. Drei Millionen Euro sind viel Steuergeld, nur um ein Problemschiff loszuwerden. Ganz wasserdicht war der Holzplankenrumpf des Frachtseglers nie, seit er 1919 als "Elisabeth Bandi" in den USA vom Stapel lief. Auch solange die "Seute Deern" als Restaurant in Bremerhaven lag, musste ständig gepumpt werden.

In Bremerhaven Auftrag wird derzeit ein Gutachten erstellt mit verschiedenen Vorschlägen. Das Papier soll Ende August oder Anfang September kommen. Jedes Konzept müsse zwei Dinge erreichen, sagt Volker Heigenmooser, Stadtsprecher in Bremerhaven. "Eine sinnvolle Lösung wäre, die Schiffe im Alten Hafen in einen guten Zustand zu bringen." Und natürlich brauche die Seestadt einen Großsegler als Hingucker für Einheimische und Gäste. Er solle die Geschichte der Segelschifffahrt erzählen und einen Bezug zur Stadt haben.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 9. August 2020, 9 Uhr