Fragen & Antworten

Warum Bremer Senioren im Altenheim an der Konsole zocken

In einem Bremer Altenheim werden Senioren bald Videospiele auf der Konsole spielen. Dahinter steckt eine wissenschaftliche Untersuchung. Nur Ballerspiele gibt es nicht.

Ein älterer Herr sitzt vor einem Videospiel.
Was sind das für Videospiele?
Die Spiele werden über eine spezielle Konsole gespielt: Die Senioren spielen dabei vor einer großen Leinwand und eine eingebaute Kamera liest deren Bewegungen und Gesten. Sie stehen oder sitzen vor der Leinwand. Spiele sind unter anderem Tischtennis, Kegeln, Tanzen, Motorrad- oder Briefträgerfahren. Umgestellt werden kann auch auf Karaoke – damit können die Senioren dann gemeinsam Schlager singen. Ballerspiele gibt es nicht.
Ist schon klar, was die Videospiele bringen sollen?
Das soll jetzt untersucht werden. 100 Altenheime in ganz Deutschland werden mit der Spielekonsole, der sogenannten Memore-Box, ausgestattet. Fünf Altenheime aus Niedersachsen und ein Heim aus Bremen machen bei dem wissenschaftlichen Projekt der Berliner Humboldt-Universität mit. In den Altenheimen gibt es Studiengruppen bestehend aus Senioren, die mehrmals wöchentlich spielen und danach einen Fragebogen ausfüllen. Ohne diesen wissenschaftlichen Beleg vermutet man aber jetzt schon, dass die Videospiele die Senioren fitter machen, weil sie sich für einige Spiele wie Tischtennis, Kegeln oder Motorradfahren bewegen müssen. Außerdem sollen die Spiele auch das Gehirn anregen, weil die Reaktionsfähigkeit gestärkt wird und einige Spiele Denkaufgaben stellen.
Aber für jüngere Menschen heißt es doch immer: Videospiele machen dümmer...?
Es kommt darauf an, was man spielt und wie lange man es spielt. Wenn ein Spiel Denken und Fantasie anregt, das Gedächtnis angesprochen wird und man sich dabei mehr bewegt, wird das erstmal positiv bewertet. Wie bei allen Dingen, die süchtig machen können, gilt auch hier: Die Dosis macht's. Ob die Videospiele sich tatsächlich positiv auf ältere Menschen auswirken, wird aber erst die Studie zeigen, deren Ergebnisse im kommenden Jahr vorliegen sollen.
  • Kirsten Rautenberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 12. März 2019, 17:45 Uhr