Niedersachsen kündigt stärkere Einschränkungen des Schulbetriebes an

  • Bei den bisherigen Einschränkungen könne es nicht bleiben, so Niedersachsens Kultusminister
  • Niedersächsische Grundschüler kehren vermutlich nicht in voller Klassenstärke zurück
  • Kultusminister der Länder stellen Stufenplan für Rückkehr an Schulen auf
Video vom 4. Januar 2021
Ein leerer Klassenraum. Die Stühle sind hoch gestellt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Niedersachsen hat nach den Beratungen der Kultusminister über die Corona-Lage an den Schulen einen Neustart nach den Weihnachtsferien mit verstärkten Beschränkungen in Aussicht gestellt. Klar sei, dass es bei einer Fortsetzung des Lockdowns nicht bei den bisherigen Einschränkungen bleiben könne, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover.

Er könne sich nicht vorstellen, dass Grundschüler in voller Klassenstärke in den Präsenzunterricht zurückkehren. Auch in den Kindertagesstätten seien Einschränkungen zur Kontaktreduzierung nötig. Eine teilweise diskutierte Verlängerung der Ferien über das kommende Wochenende hinaus brachte Tonne nicht zur Sprache.

Vor den Weihnachtsferien hatte er zunächst angekündigt, dass Grundschüler bis Halbjahresende weiterhin alle zusammen unterrichtet werden sollen, allerdings mit Maskenpflicht. Präsenzunterricht sollte es auch für angehende Abiturienten geben, die übrigen Klassen sollten im Wechselunterricht in geteilten Klassen nach dem sogenannten Szenario B unterrichtet werden. Nun werden auch Schulschließungen nicht ausgeschlossen.

Keine Reaktion zu Bremer Schulen

Die exakten Vorgaben für Schulen und Kindertagesstätten will das Ministerium am Dienstag nach den Beratungen von Bund und Ländern zur Verlängerung des Lockdowns bekannt geben. Es seien mehrere Szenarien vorbereitet, hieß es.

Kultusminister: Schulen sollen dicht bleiben

Die Kultusminister der Länder hatten zuvor beschlossen, dass Deutschlands Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie voraussichtlich länger als bislang geplant geschlossen bleiben. Jedoch soll es einzelnen Ländern erlaubt werden, den Schulbetrieb stufenweise wieder aufzunehmen, wenn dies das Infektionsgeschehen zulässt.

Zuerst sollten dann die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 an die Schulen zurückkehren. Durch eine Halbierung der Klassen solle dann für die höheren Klassen Wechselunterricht ermöglicht werden. Abschlussklassen sollen ausgenommen sein, so dass sie sich angemessen auf Prüfungen vorbereiten können. Ursprünglich war ein Lockdown für die Schulen bis Ende dieser Woche vorgesehen.

Gewerkschaft kritisiert Beschlüsse der Kultusminister

Aus Bremens Bildungsressort gab es zunächst keine Stellungnahme nach den Beratungen der Kultusministerinnen und Minister. Die Sprecherin des Bildungsbehörde, Annette Kemp, verwies aber auf die bereits bekannten Pläne Bremens, die Präsenzpflicht an den Schulen zunächst für eine weitere Woche – also bis zum 18. Januar – auszusetzen und darüber hinaus umfangreiche Testungen für Schüler und Lehrer anzubieten.

Als wenig konkret kritisiert die Bremer Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Beschlüsse der Kultusminister zum Schulunterricht nach den Ferien. "Die Konferenz hat weder ein genaues Datum noch einen genauen Inzidenzwert festgelegt, ab wann welcher Unterricht erlaubt ist", kritisiert Elke Suhr, Vorstandssprecherin der GEW Bremen. Außerdem habe es die Bildungsbehörde versäumt, Konzepte zu erarbeiten, damit Hygieneregeln in den Schulen eingehalten werden können. Auch der Bremer Gesamtschülervertretung sind die Beschlüsse zu unkonkret. Sie fordert Wechselunterricht für alle Klassenstufen und zwar für mehrere Monate, um sich auf eine bestimmte Unterrichtsform verlassen zu können.

Martin Stoevesandt, der Sprecher des Bremer Zentralelternbeirates, weist zudem darauf hin, dass ein voller uneingeschränkter Präsenzunterricht nur möglich sei, wenn sich die Corona-Zahlen in Bremen weiter positiv entwickeln. Nur dann können man zum vollen Regelunterricht zurückkehren, so Stoevesandt.  

 

Rückblick: So sollen Schüler in Bremen den Lockdown meistern

Video vom 15. Dezember 2020
Ein Schulkind mit einem Tablet.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 4. Januar 2021, 16 Uhr