Schulstart in Bremerhaven: Keine strengeren Regeln, aber Schnelltests

Weil der Inzidenzwert in der Stadt unter 50 liegt, gelten ab Montag noch keine verschärften Maßnahmen. In Kitas und Schulen soll aber mehr getestet werden.

Ein Schüler sitzt am Platz, davor ein Tisch auf dem eine Schutzmaske liegt. (Symbolbild)
Eine Maskenpflicht im Unterricht gilt in Bremerhaven bislang noch nicht. Bild: DPA | Weber/Eibner-Pressefoto

An den Schulen in Bremerhaven gelten ab Montag keine verschärften Regeln. Das hat Schuldezernent Michael Frost am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Ändern könnte sich das allerdings, wenn die Zahl an Neuinfektionen in den kommenden Tagen weiter ansteigen sollte:

Wir stellen im Moment fest, dass wir ein wachsendes Infektionsgeschehen in der Stadt haben. Insofern gilt es jetzt, Vorbereitungen zu treffen für den Fall, dass es einen weiteren Anstieg gibt und wir dann Maßnahmen treffen müssen, um die Infektionen einzudämmen.

Schuldezernent Michael Frost in einem Klassenraum
Michael Frost, Schuldezernent Bremerhaven

Die aktuelle Corona-Verordnung, die für Bremen und Bremerhaven gilt, sieht strengere Maßnahmen an Schulen vor, sobald der Inzidenzwert von 50 in der jeweiligen Stadt überschritten wird. In Bremen ist das der Fall: Hier liegt der Wert, Stand 23. Oktober, bei über 100. Bremerhaven dagegen kommt aktuell auf einen Inzidenzwert von 28. Daher gelten die neuen Maßnahmen, wie etwa die Maskenpflicht im Unterricht für Oberstufe und berufsbildende Schulen, dort noch nicht.

Bei steigenden Zahlen wieder mehr Distanzunterricht

"Bislang haben wir keine Verbreitung des Virus in den Kindertagesstätten und Schulen gehabt", sagt Schuldezernent Frost. Sollte man allerdings zu solch einer Feststellung kommen, müsse man entsprechend darauf reagieren: "Das würde dann bedeuten, dass wir von dem Kohorten-Prinzip in den Schulen abweichen und die Lerngruppen kleiner fassen, also maximal auf die Größe von Klassenverbänden zurückgehen." Zudem würde man dann vor allem an den weiterführenden Schulen auf ein flexibles System aus Präsenz- und Distanzunterricht umsteigen, so Frost. Dabei gelte aber, die Situation an jeder Schule einzeln zu betrachten.

Aus Präventionsgründen sind die Schulen in Bremerhaven laut Frost bereits jetzt aufgefordert, die seit Sommer gebildeten Kohorten nach Möglichkeit weiter einzugrenzen. Eine zusätzliche Schutzmaßnahmen stellt das Lüften dar: "Seestadt Immobilien hat in den Herbstferien die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Corona-Bestimmungen insbesondere zur Belüftung der Unterrichtsräume geschaffen wurden. Damit ist gewährleistet, dass in allen Räumen jeweils mindestens zwei Fenster so geöffnet werden können, dass Stoß- und Querlüften möglich ist", sagt Baudezernent Bernd Schomaker. Zudem stünden CO2-Messgeräte bereit, um die Wirksamkeit der Belüftungskonzepte zu ermitteln.

Schnelltests an Kitas und Schulen

Zudem soll es ab Montag in allen städtischen Kitas und an drei Schulen vereinzelte Corona-Schnelltests geben. Auch sie sollen dazu beitragen, dass der Betrieb der Einrichtungen bei steigenden Corona-Zahlen aufrechterhalten werden kann. Die Tests laufen auf freiwilliger Basis – also nur, wenn Eltern eine entsprechende Bescheinigung unterschrieben haben. Laut Gesundheitsamt geht es darum, Infektionsketten zu unterbrechen.

Da die Krankheit bei Kindern meistens symptomfrei verliefe, solle im Falle eines einfachen Schnupfens oder gelegentlichem Husten vorsorglich geprüft werden. Kinder, die Fieber mit morgens mindestens 38 Grad Körpertemperatur hätten, und Halsschmerzen, Durchfall oder Erbrechen, gehörten nicht in die Kita, so die Stadt. Hier werde empfohlen, den Kinderarzt zu kontaktieren.

Rückblick: Bilanz nach 4 Wochen Schule im Corona-Modus

Video vom 28. September 2020
Mehrer Jungs mit Mund-Nasen-Bedeckungen sitzten an Computern. Dahinter steht eine Frau.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Die Vier am Morgen, 23. Oktober 2020, 9:10 Uhr