Neuer Schlachthof-Skandal: Kreis Stade legt Betrieb still

  • In einem Schlachthof im Kreis Stade darf nicht mehr geschlachtet werden
  • Videos sollen zeigen, wie Tiere gequält wurden
  • Niedersachsens Agrarministerin fordert Kameraüberwachung
Ein Rind mit Hörnern in einem Stall.
Ähnliche Vorfälle wie im Kreis Stade gab es bereits in Oldenburg, Bad Iburg und in der Region Hannover. Bild: Imago | Winfried Rothermel

Wegen des Verdachts auf Tierquälerei darf in einem Schlachthof im Kreis Stade bis auf Weiteres nicht mehr geschlachtet werden. Das ordnete der Landkreis am Mittwoch in Abstimmung mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium an. Das Ministerium war nach eigenen Angaben von Aktivisten der selbst ernannten "Soko Tierschutz" alarmiert worden.

Sie haben angeblich mit Videos dokumentiert, wie kranke Tiere mit Seilwinden erst zum Transport in Fahrzeuge und dann zur Schlachtung gehievt wurden. Das Ministerium teilte mit, es habe Strafanzeige erstattet. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) informierte den Agrarausschuss des Landtags über den mutmaßlichen Verstoß gegen das Tierschutzrecht.

Forderung: Schlachthöfe mit Kameras überwachen

In den vergangenen Monaten hatte es bereits ähnliche Vorwürfe gegen Schlachtbetriebe in Bad Iburg, Oldenburg und in der Region Hannover gegeben. Otte-Kinast will über den Bundesrat erreichen, dass Schlachthöfe mit einer Kameraüberwachung ausgestattet werden.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 4. April 2019, 7 Uhr