Bremerhavener Rönner-Gruppe baut erstmals Kriegsschiffe

  • Fregatten sollen an ägyptische Marine geliefert werden
  • Abgeschlossen hat den milliardenschweren Deal die Kieler Werft Thyssen-Krupp-Marine-Systems
  • Rönner-Gruppe baut als Subunternehmer die Schiffsrümpfe
Blick auf eine graue, große Schiffshalle.
Hier, in der ehemaligen Weserwind-Halle im Fischereihafen, könnten die Stahlrümpfe der Kriegsschiffe montiert werden.

Die Bremerhavener Rönner-Gruppe baut nach Informationen von buten un binnen in den kommenden Jahren Kriegsschiffe für die ägyptische Marine. Abgeschlossen hat den milliardenschweren Deal die Kieler Werft Thyssen-Krupp-Marine-Systems. Das Unternehmen hat die Rönner-Gruppe mit dem Bau von drei Schiffen beauftragt. Sie könnten in der ehemaligen Weserwind-Halle gebaut werden.

Die beteiligten Firmen wollten sich auf buten un binnen-Anfrage nicht äußern, eine offizielle Bestätigung des Rüstungs-Deals durch deutsche oder ägyptische Stellen gibt es bislang nicht.

Anteil der Rönner-Gruppe unklar

Ein Kriegsschiff fährt im Meer.
Bei den Schiffen soll es sich um Mehrzweckfregatten des von Blohm + Voss entwickelten Typs "Meko A200" handeln. Bild: DPA | Blohm + Voss

Nach Informationen der Nordsee-Zeitung soll die Rönner-Gruppe bis 2024 drei 120 Meter lange Fregatten bauen. Bei den Schiffen soll es sich um Mehrzweckfregatten des von Blohm + Voss entwickelten Typs "Meko A200" handeln. Jede Fregatte soll 500 Millionen Euro kosten. Wie viel Geld die Rönner-Gruppe erhält, ist nicht bekannt. Rönner soll als Subunternehmer das günstigste Angebot vorgelegt haben. Nach buten un binnen-Informationen baut Rönner die Schiffsrümpfe, die Waffensysteme sollen von Rönner nicht verbaut werden. Das Bremerhavener Unternehmen hat im Gegensatz zur Bremer Lürssen-Werft bislang noch keine Marineschiffe gebaut.

Der Bundessicherheitsrat soll das Vorhaben genehmigt haben, die Bundesregierung sichert den Auftrag über Export-Kredite ab. Eine Stellungnahme gab es dazu nicht. Wegen der Geheimhaltung darf sich die Bundesregierung zu Fragen zum Sicherheitsrat öffentlich nicht äußern.

Auch an Bergung der "Seute Deern" beteiligt

Zur Rönner-Gruppe gehören nach eigenen Angaben des Unternehmens 1.000 Mitarbeitern und 20 Betriebs- und Produktionsstätten. Erst im Juli hatte die Rönner-Gruppe bekanntgegeben, dass sie der Bremerhavener Petram-Familie ihre Werftanteile abgekauft hat. Somit ist Rönner nun alleiniger Gesellschafter der drei Bremerhavener Werftbetriebe "German Dry Docks", "German Ship Repair" und "Bredo Dry Docks". Die Bredo-Werft war zuletzt mit der Sanierung der Gorch Fock beauftragt.

Aktuell ist die zur Gruppe gehörende "BVT Chartering und Logistics GmbH" mit der Bergung der Ende August im Bremerhavener Museumshafen gesunkenen "Seute Deern" beschäftigt. Diesen Auftrag hatte das Unternehmen vom Deutschen Schifffahrtsmuseum erhalten. In der Vergangenheit hatte sich die Rönner-Gruppe unter anderem durch den Neubau der "Alexander von Humboldt II" einen Namen gemacht.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. September 2019, 19:30 Uhr