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Mundschutz-Erfindung: So will ein Bremerhavener die Gastronomie retten

Die Not der Gastronomen in der Corona-Krise ist groß. Darum wurde ein Bremerhavener Wirt erfinderisch – mit einer Reißverschluss-Maske. Nun wartet er auf die Genehmigung der Kanzlerin.

Ein Mann sitzt mit Maske an einem Restauranttisch und isst.
Der Bremerhavener Gastronom Alexis Vaiou präsentiert seine Erfindung – eine Reißverschluss-Maske, mit der man essen kann. Bild: Alexis Vaiou
Wie will der Mann sein Restaurant retten?
Alexis Vaiou heißt der Gastwirt mit der Idee zur Gastro-Rettung. Ihm gehört das griechische Restaurant "Olympisches Feuer" in Bremerhaven. Momentan bietet er einen Außer-Haus-Verkauf an, aber das Geld reicht nicht, sagt Vaiou. Deshalb hat er eine ganz spezielle Maske erfunden. Die sieht im Prinzip aus wie ein normaler Mundschutz. Der Clou: Die Maske hat direkt unter der Nase einen Reißverschluss. Damit kann Vaiou problemlos Pommes, Tzaziki und Gyros essen, wie er sagt. "Ich habe das ausprobiert, ich habe gegessen, ich habe getrunken", berichtet der Gastronom. "Es geht wirklich wunderbar." Er berühre die Maske nur am Reisverschluss und wasche sie zwischendurch bei 90 Grad.
Ein Mann trinkt durch eine geöffnete Maske aus einem Glas.
Durch die per Reißverschluss geöffnete Maske soll das Essen und Trinken im Restaurant möglich sein. Bild: Alexis Vaiou
Wie kam er dazu, diese Reisverschluss-Maske zu entwickeln?
Er habe viel Zeit gehabt, nachzudenken, wie es in der Gastronomie weitergeht. Schließlich kam ihm die Idee mit dem Reißverschluss. "Über zwei Wochen habe ich darüber nachgedacht", sagt Vaiou. Dann rief er die Schneiderei gleich neben seinem Restaurant an, die wegen Corona ebenfalls geschlossen hat, und bat um die Entwicklung der Maske. Insgesamt 500 Stück gab er schließlich in Auftrag. "Es ist klar, am besten wäre es ohne Corona und ohne Maske", sagt Vaiou. "Aber in dieser schwierigen Zeit müssen wir uns alle etwas einfallen lassen, weil die Gastronomie im Moment leidet."
Masken mit Reißverschluss und den Initialien AM liegen auf einem Tisch.
Vaiou will zwei seiner Masken an Angela Merkel schicken und hat sie extra mit den Initialen der Kanzlerin "AM" versehen. Bild: Alexis Vaiou
Wie stehen die Erfolgschancen für seine Rettungsmaßnahme?
Eine Genehmigung hat Vaiou dafür noch nicht. Er hat aber einen Plan und hofft, diese schnell zu bekommen. Zwei der Masken will der Gastwirt an Angela Merkel schicken. In der Hoffnung, dass sie genauso begeistert ist wie er. "Wenn das in Ordnung ist, werden wir die Masken für unsere Kunden gratis anbieten", sagt Vaiou. Um sie zu überzeugen, hat er die Masken für die Kanzlerin extra mit ihren Initialen verzieren lassen. Der Gastronom glaubt, dass das klappen wird und alle Restaurants wieder öffnen dürfen, wenn die Gäste beim Essen seine Masken tragen. "Ich wünsche mir auch, dass andere Restaurant mitziehen und diese Masken mit ihrem Logo oder Werbung entwickeln. Man kann nicht erwarten, dass alles die Bundesregierung bezahlt." Beim Magistrat der Stadt Bremerhaven bleibt Vaious Einfall auf Nachfrage von buten un binnen nicht ohne Würdigung, jedoch überwiegen dort Zweifel. Der Krisenstab der Stadt finde den Gedankengang lobenswert, die praktische Umsetzung allerdings bedenklich, so Sprecher Stefan Zimdars.

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Läuft, 22. April 2020, 13:15 Uhr