Sommerurlaub in diesem Jahr? So sieht die aktuelle Lage aus

Außenminister Maas hat angekündigt, dass die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie über den 3. Mai hinaus wohl verlängert wird. Haben Sie schon gebucht? Die Hinweise der Bremer Experten.

Eine Frau sitzt an einem Steg und schaut auf das Wasser. Im Hintergrund geht die Sonne unter.
Was ist mit dem Sommerurlaub? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen. (Symbolbild) Bild: DPA | Leopold Nekula

"Wohin fahren wir im Sommerurlaub?" Diese Frage kann im Moment niemand beantworten. Seit rund sechs Wochen ist es defacto so gut wie nicht möglich, Urlaub zu machen. Geschweige denn im Ausland. Bis zum 3. Mai ist die aktuelle Reisewarnung des Bundesaußenministeriums befristet. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat schon angedeutet, dass sie verlängert wird.

Niemand wird dieses Jahr einen Urlaub verbringen können, wie er ihn kennt, an vollen Stränden, in vollen Berghütten oder wo auch immer. Es wird ganz sicherlich überall in den Ländern Einschränkungen geben. Deshalb wissen wir überhaupt nicht, was überhaupt möglich ist, welche Reiseziele überhaupt ansteuerbar sind. Das müssen wir in den kommenden Wochen mit unseren Partnern vor allem in Europa klären und dann werden wir entscheiden, was verantwortbar ist und was nicht.

Der Außenminister Heiko Maas in der Bremischen Bürgerschaft
Heiko Maas (SPD), Bundesaußenminister

Geld zurück bei Stornierung einer Reise?

Angesichts dieser Aussichten stellt sich die Frage, wie man sein Geld für bereits gebuchte Reisen zurückbekommt. Theoretisch muss ein Reiseveranstalter das Geld erstatten, wenn er einen Trip storniert. Und zwar alles. In der Praxis ist es aber so, dass man zum Beispiel bei einer Airline, die einen Flug storniert hat, wählen kann: Entweder nimmt man eine Erstattung des Ticketpreises in Anspruch oder man sucht sich einen späteren Flug bei der Linie aus, der dann aber auch zu dem gleichen Ziel führen muss. So erklärt das die Verbraucherzentrale Bremen.

Dasselbe gilt bei Pauschalreisen: Reisende können darauf bestehen, dass sie ihr Geld wiederbekommen wollen. Der Veranstalter muss das dann laut Gesetz innerhalb von 14 Tagen – bei individuell gebuchten Flugreisen sogar innerhalb von sieben Tagen – zurücküberweisen.

Weil im Moment aber so viel storniert und rückabgewickelt wird, kommen die Veranstalter gar nicht hinterher. Es kann also dauern, bis das Geld auf dem Konto ankommt. Viele Veranstalter bieten daher offenbar erstmal nur einen Reisegutschein an. So versuchen sie auf Zeit zu spielen. Weil sie Angst haben, pleitezugehen, wenn sie alles erstatten müssen.

Reisende müssen Gutscheine nicht annehmen

Den Gutschein muss man aber laut Verbraucherschützern nicht annehmen, wenn man lieber das Geld zurück haben will. Die Bundesregierung hat jetzt vorgeschlagen, das Reiserecht so zu ändern, dass eine Gutscheinlösung erlaubt wäre. Aber das wird noch von der EU blockiert. Die will, dass die Fluggastrechte so bleiben und dass Pauschalreisende nicht wegen Corona noch extra leiden müssen.

Auf der anderen Seite versuchen die Reiseveranstalter auch Kunden zu halten, indem sie anbieten, dass man eine Reise später antreten kann und dann noch einen Bonus beziehungsweise einen Nachlass bekommst dafür. Das sind manchmal mehrere Hundert Euro. Darauf kann man sich natürlich einlassen – aus Solidarität gegenüber der Branche oder weil es einem gut in die Ferienpläne passt.

Das Risiko dabei: Sollte der Veranstalter doch noch zahlungsunfähig werden, dann könnte es schwierig werden, an sein Geld zu kommen – weil Verbraucher sich in der Schlange der Gläubiger meist hinten anstellen müssen.  

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Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 28. April 2020, 10:45 Uhr