Tote Heringe an Stränden: Rätselhaftes Fischsterben in der Nordsee

  • An mehreren Orten wurden tote Fische an den Stränden gefunden
  • Es handelt sich überwiegend um Jungheringe
  • Die Ursache ist noch unklar
Blick aus der Luft auf einen Strand.
Auch am Cuxhavener Strand wurden tote Fische gefunden. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

An mehreren Orten der deutschen Nordseeküste werden seit einigen Tagen vermehrt tote Fische an den Stränden gefunden. Vor Cuxhaven, Büsum, Eiderstedt und Nordstrand sind seit dem vergangenen Wochenende teils Hunderte von toten oder geschwächten Jungheringen angeschwemmt worden, teilte die Schutzstation Wattenmeer am Dienstag in Husum mit Verweis auf das Strandfundeportal "BeachExplorer.org" mit. Aber auch Aale und ein Stör wurden angespült – also auch geschützte Tiere, sagte ein Sprecher der Cuxhavener Stadtverwaltung.

Ist die Elbvertiefung schuld?

Fachleute rätseln derzeit noch über die mögliche Todesursache. "Das Meerwasser ist nur etwa 20 Grad warm, und Heringe weichen vor Überhitzung normalerweise in tieferes Wasser aus", sagte Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation. Möglicherweise seien die nur wenige Monate alten Tiere in Kontakt mit giftigen Algen gekommen, die sich aufgrund der warmen Witterung zu entwickeln beginnen. Proben der toten Jungheringe seien genommen worden. Die Ergebnisse der Analysen sollen aber erst in einigen Tagen vorliegen. Einige Umweltschützer vermuten auch einen Zusammenhang mit der Elbvertiefung.

Heringe laichen im Februar in 40 bis 60 Meter tiefem Wasser ab, so Borcherding. Aus den Larven entwickeln sich Jungfische, die mit drei Zentimetern Körperlänge ihren Eltern gleichen. Geschlechtsreif werden Heringe nach drei bis sieben Jahren.

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