Fragen & Antworten

Corona-Fälle an Bremer Schulen: Was Betroffene jetzt wissen müssen

An zwei Bremer Schulen sind Corona-Fälle aufgetreten. Ungefähr 200 Schülerinnen und Schüler wurden vorsorglich nach Hause geschickt. Doch wie geht es jetzt weiter?

In einem gut gefüllten Klassenzimmer stellt eine Lehrerin  ein Namensschild auf einen Tisch, an dem ein Junge sitzt.
An zwei Bremer Schulen sind Corona-Fälle aufgetreten. Rund 200 Schülerinnen und Schüler wurden vorsorglich nach Hause geschickt. (Symbolbild) Bild: DPA | Patrick Pleul
An welchen Schulen sind bisher Corona-Fälle bekannt?
Ein Junge an der Grundschule Alfred-Faust-Straße im Obervielander Ortsteil Kattenesch hat sich mit dem Virus infiziert. Er war zuvor in Bulgarien im Urlaub gewesen. Bereits am Mittwoch war ein Fall am Kippenberg-Gymnasium in Schwachhausen bekannt geworden. Für die übrigen Schüler bedeutet das, dass die betroffene Kohorte, also mehrere Klassen eines Jahrgangs in Quarantäne müssen. Bisher sind das an beiden Schulen insgesamt ungefähr 200.
Müssen jetzt alle Betroffenen 14 Tage zu Hause bleiben?
Nein, es wird unterteilt in zwei Kategorien. Es werde jetzt geprüft, ob die Kinder der betroffenen Kohorte zur Kategorie 1 oder 2 gehören, sagt die Sprecherin der Gesundheitsbehörde. Wenn sie zur ersten gehören, müssen sie 14 Tage in Quarantäne, weil sie einen engen Kontakt zu dem Infizierten hatten – also in sehr geringem Abstand und länger als 15 Minuten. Das Ordnungsamt sei darüber informiert, hieß es weiter, und die Quarantäne werde auch kontrolliert.

Wer zur Kategorie 2 gehört, also keinen engen Kontakt zum Infizierten hatte, darf die Schule sofort wieder besuchen. Wer zu welcher Kategorie gehört, muss das Gesundheitsamt jetzt aufdröseln.
Müssen sich jetzt alle Betroffenen testen lassen?
Nein, nur Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich testen lassen. Die Schülerinnen und Schüler, die an den beiden Schulen jetzt zu Hause bleiben müssen, können sich testen lassen.
Was muss ich als Elternteil eines infizierten Kindes beachten?
Der ganze Haushalt des Infizierten muss in Quarantäne und das erfährt auch der Arbeitgeber. Schließlich müssen die Eltern ja zu Hause bleiben, der Arbeitgeber ist aber verpflichtet, den Lohn weiter zu zahlen. Darauf haben übrigens auch Selbstständige Anspruch. Bei denen ist es aber viel aufwendiger und langwieriger, weil sie ihren Verdienstausfall bei den Gesundheitsbehörden beantragen und dann auf das Geld warten müssen. All das gilt aber nicht, wenn man vorsätzlich in einem Risikogebiet war.
Und wenn mein Kind engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, also zur Kategorie 1 gehört?
Dann müssen die Eltern laut Gesundheitsbehörde nicht in Quarantäne, denn sie seien nicht krank. Auch der Arbeitgeber muss nicht informiert werden. Und Eltern mit Kindern der Kategorie 2 dürfen wie ihre Kinder sofort wieder raus.

Was denken die Meinungsmelder über den Schulstart unter Corona?

Video vom 27. August 2020
Mehrer Schulkinder laufen in einem Treppenhaus die Treppe runter. Sie tragen alle einen Mund-Nasen-Schutz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Carola Schwirblat Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. September 2020, 19:30 Uhr