Bremen bleibt Hochburg bei Privatinsolvenzen

  • 83 von 100.000 Bremern haben sich im ersten Halbjahr zahlungsunfähig gemeldet
  • In keinen anderen Bundesland liegt der Anteil so hoch
  • Bundesweit sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen dagegen
Ein Stempel mit dem Wort "Privatinsolvenz" liegt auf einem Formular
Im Bundesvergleich sind relativ viele Bremer überschuldet. Bild: Imago | Blickwinkel

Bremen ist die Insolvenzhochburg Deutschlands: Auf 100.000 Bürger gerechnet sind dort im ersten Halbjahr 83 zahlungsunfähig geworden. Den Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel zufolge stieg die Zahl der Privatinsolvenzen im Land Bremen um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch in Niedersachsen stieg die Zahl der Menschen, die ihre privaten Rechnungen nicht mehr Zahlen konnten, um 7,2 Prozent. Auf 100.000 Bürger gerechnet waren es hier 74, ebenso viele wie in Schleswig-Holstein.

Deutschlandweit weniger Privatinsolvenzen

Deutschlandweit sieht der Trend dagegen ganz anders aus. Hier gab es in den ersten sechs Monaten weniger Privatinsolvenzen, nämlich 1,4 Prozent. Mit 42.235 Verbrauchern gingen der Studie zufolge sogar so wenige Bürger vor das Insolvenzgericht wie seit 2004 nicht mehr.

Für 2020 erwartet Crifbürgel-Geschäftsführer Christian Bock allerdings eine Trendumkehr und auch bundesweit mehr Privatinsolvenzen.

Als Gründe für eine Privatinsolvenz sieht Crifbürgel unter anderem Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Veränderungen in der familiären Situation und Krankheit. Schulden fielen vor allem bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften an.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 4. Oktober 2019, 9 Uhr

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