Fragen & Antworten

Bremerhavener Forscher holen Roboter an Bord der "Polarstern"

Audio vom 24. Mai 2021
Ein Schiff fährt in den Hafen.
Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers
Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers

Die nächste Expedition der "Polarstern" führt die Forscher wieder in die Arktis. Dort prüfen sie unter anderem, was die Roboter dort in der Zwischenzeit gemessen haben.

Die nächste Expedition der "Polarstern" steht an: An diesem Montag bricht die Crew des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Richtung Arktis auf. In etwa einer Woche wird die "Polarstern" die Forschungsstation erreichen.

Wohin geht die Reise?
Rund 50 Forscherinnen und Forscher steuern den sogenannten "Hausgarten" des AWI an: das Langzeitobservatorium zwischen Grönland und Spitzbergen. Seit mehr als 20 Jahren misst das AWI dort Klimadaten.
Was erforschen die Expeditionsteilnehmer genau?
Sie erforschen hier den Einfluss von Umweltveränderungen auf das arktische Tiefseeökosystem. Die Arktis verändert sich: Steigende Wassertemperaturen und der Rückgang des Meereises wirken sich auf die Lebewesen im Eis aus. Die Forscher untersuchen sowohl die Ausmaße der Veränderungen als auch deren Folgen, sagt Expeditionsleiter und Tiefseebiologe Thomas Soltwedel. Außerdem erforschen die Experten Plastikmüll im Ozean. Genauer gesagt betrachten sie, wie Plastik von der Meeresoberfläche zum Meeresboden gelangt und welche Auswirkungen der Müll auf Organismen im Wasser hat. Die Expedition nutzen die Teilnehmer außerdem dazu, ihr Beobachtungssystem weiter auszubauen.
Personen stehen an Bord eines Schiffes und holen mit einem Kran ein Gerät aus dem Wasser.
Das ist einer der beiden Unterwasserroboter, die die Forscher an Bord holen wollen. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Esther Horvath
Wie sieht dieses Beobachtungssystem aus?
Mit einem autonomen unbemannten Fluggerät sowie autonomen Unterwasserfahrzeugen erfassen die Forscher kontinuierlich Daten. Dieses System soll erweitert werden. Zwei dieser Unterwasserroboter wollen die Wissenschaftler bei ihrer Tour auch an Bord nehmen und deren Daten auswerten. Zwei Jahre haben die beiden Kettenfahrzeuge in bis zu 2.500 Metern Tiefe Informationen über dort lebende Tiere und den Meeresboden aufgezeichnet. Für gewöhnlich werden die Roboter einmal im Jahr ausgewertet, das war wegen der "Mosaic"-Expedition im vergangenen Jahr aber nicht möglich.
Was passiert mit den Forschungsergebnissen?
Die Daten sollen in eine umfassende Datenbank einfließen, die sich derzeit im Aufbau befindet. Diese Datenbank soll Informationen zu Klima- und Ökosystem-Veränderungen liefern, wie zum Beispiel zu Wassermasseneigenschaften und zum Rückgang des Meereises.
Wie schützen sich die Forschenden vor Corona?
Die rund 50 Wissenschaftler und die rund 40 Crewmitglieder der "Polarstern" waren rund zwei Wochen in Quarantäne in einem Bremerhavener Hotel. Erst nach drei negativen Corona-PCR-Tests gab es grünes Licht für den Expeditionsstart.

Rückblick: Sondersendung zur Rückkehr der Polarforscher

Video vom 12. Oktober 2020
Moderator Felix Krömer vor dem Forschungsschiff Polarstern in Bremerhaven
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. Mai 2021, 6 Uhr