Anwohner ärgern sich über rücksichtslose Freimarktsbesucher

Weil sie die Straßen rund um die Bürgerweide in Bremen-Findorff zuparken, sind sie den Anwohnern ein Dorn im Auge. Die Findorffer fordern die Behörden jetzt zum Handeln auf.

Das Bild zeigt eng beparkte Seitenstraße mit vielen Autos in einer Reihe.

Nirgendwo sind die Auswirkungen des Freimarkts auf den Verkehr so sehr zu spüren wie in Bremen-Findorff. Viele Besucher des Volksfestes kommen aus dem Bremer Umland. Und viele von ihnen kommen mit dem Auto, das sie natürlich auch irgendwo parken müssen.

Anwohner der Straßen in der Nähe der Bürgerweide beschweren sich jetzt darüber, dass die Besucher des Freimarkts ihre Straßen dabei rücksichtslos verstopfen würden. Besonders sei das zwischen Findorffstraße, Admiralstraße und Winterstraße zu beobachten.

Jochen Tholen, der am Institut für Arbeit und Wirtschaft arbeitet, wohnt in dem Viertel. In einer Mail an buten un binnen hat er die Situation in seiner Nachbarschaft am vergangenen Wochenende drastisch beschrieben. "Keiner kam mehr vor und zurück, das funktionierte nicht mehr." Wenn die Feuerwehr oder ein Krankenwagen diesen Teil Findorffs hätten erreichen wollen, wäre das unmöglich gewesen, schrieb Tholen. Und das obwohl an den Straßen Schilder stehen, die Nicht-Anliegern die Einfahrt verbieten. Ob die Autofahrer sich daran halten, werde von der Polizei allerdings nicht kontrolliert. Auf Nachfrage erklärte eine Polizeisprecherin buten un binnen: "Unsere Verkehrskräfte kontrollieren sehr wohl, ob sich die Autofahrer daranhalten." Ob es in den ersten Freimarkttagen zu Verstößen gekommen sei, konnte sie allerdings nicht sagen.

Anwohner beklagen Ignoranz der Behörden

Eines ist Tholen ganz wichtig: "Wir finden den Freimarkt gut." Doch die Verkehrsführung während der zweiwöchigen Freimarktszeit sei für die Anwohner alles andere als gut. In den vergangenen Jahren sei die Einbahnstraßenregelung während des Jahrmarkts immer mal wieder geändert worden. Obwohl das gut funktioniert habe, sei das in diesem Jahr nicht geschehen. Die Folge: "Nun strömen alle Fahrzeuge in dieses ohnehin schon enge Viertel." Deshalb entstehe in den engen Straßenzügen "eine ständige Rushhour".

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Was Tholen und seine Mitstreiter am meisten ärgert, ist die Untätigkeit der zuständigen Ämter und Behörden. "Das Amt für Straßen und Verkehr, die Verkehrsbehörde und die Polizei, beziehungsweise die Innenbehörde, gehen hier mit den Anwohnern total ignorant um." Mit kleinsten Maßnahmen sei es möglich, die Verkehrssituation in Findorff während des Freimarkts deutlich zu verbessern. Im Weidedammviertel sei das im Übrigen gemacht worden. Dass das in Alt-Findorff nicht auch gemacht werde, könne er nicht nachvollziehen, sagt Tholen.

Behörden: vermehrte Verkehrskontrollen geplant

Martin Stellmann von der Verkehrsbehörde teilte auf buten un binnen-Anfrage mit, es werde an den betreffenden Stellen mehr Verkehrskontrollen geben. Zudem wies Jens Tittmann von der Verkehrsbehörde daraufhin, dass Falschparker auf Anwohnerplätzen abgeschleppt werden können. Das sei jedoch Aufgabe der Innenbehörde.

Die Innenbehörde teilte jetzt mit, dass am ersten Wochenende des Freimarktes in dem betroffenen Bereich elf Fahrzeuge abgeschleppt und insgesamt 154 gebührenpflichtige Verwarnungen erstellt wurden. Rund um den Freimarkt wurden weitere sechs Fahrzeuge abgeschleppt und 538 gebührenpflichtige Verwarnungen erstellt.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Oktober 2018, 19:30 Uhr