Seehofer verbietet Rockergruppe "Osmanen Germania"

  • Bundesinnenminister Seehofer verbietet "Osmanen Germania"
  • Gruppierung drängte auch nach Bremen
  • Ihr werden schwere Straftaten vorgeworfen
Polizisten in Einsatzanzügen und Helmen stehen in einer Straße.
Vor einem Jahr ging die Polizei in Bremen gegen die Osmanen Germania vor. 80 Anhänger hatten sich in der Stadt versammelt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt. Die Gruppierung war auch in Bremen aufgefallen, weil sie dort offenbar einen Ortsverein gründen wollte.

"Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", erklärte das Ministerium am Dienstag in Berlin. Zudem liefen am Morgen Razzien in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen.

Versuchter Mord, Zuhälterei und weitere Delikte vorgeworfen

Nach Schätzungen der Polizei hat der türkisch-nationalistische Verein bundesweit mindestens 300 Mitglieder. In Stuttgart läuft seit März ein Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder, darunter drei, die zur weltweit höchsten Führungsebene gerechnet werden. Den Männern wird unter anderem versuchter Mord, Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution sowie Zuhälterei und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Das nun erlassene Verbot stützt sich auf das Vereinsgesetz. Zweck und Tätigkeit der "Osmanen Germania" liefen den Strafgesetzen zuwider, erklärte das Ministerium weiter. Betroffen von dem Verbot sind auch alle Teilorganisationen. Aktuell sind demnach im Bundesgebiet 16 Ortsgruppen, sogenannte "Chapter", aktiv. Die "Osmanen Germania» stehen nach Einschätzung des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen auch in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Im Bremen war die Polizei Mitte Juli vergangenen Jahres mit einem Großeinsatz gegen die türkischen Rocker vorgegangen. 80 Anhänger waren damals in der Stadt zusammengekommen. Die Polizei bezeichnet die Gruppierung nicht als Rocker, sondern als rockerähnlich, weil deren Mitglieder keine Motorräder fahren.

Dieses Thema im Programm: Rundschau, Bremen Eins, 10. Juli 2018, 12 Uhr