Bremerhavens Schuldezernent: Schulen und Kitas öffnen zu schnell

  • Es gebe laut Michael Frost zu viele Öffnungen in zu kurzer Zeit
  • So sei es kaum möglich, die Auswirkungen zu bewerten
  • An Montag doppelt so viele Kinder in der Notbetreuung
Grundschulklasse in einem Schulneubau in Bremerhaven.
Schrittweise sollen alle Schüler wieder in den Unterricht kommen. So eng wie hier vor der Corona-Pandemie in dieser Bremerhavener Schule werden sie aber nicht zusammensitzen. Bild: Radio Bremen

Der Bremerhavener Schuldezernent Michael Frost hat die schnelle Öffnung von Schulen und Kitas kritisiert. Er hätte sich mehr Zeit gewünscht, sagte Frost auf einer Pressekonferenz zu den geplanten Schritten für die nächsten Wochen. Derzeit gebe es sehr viele Öffnungen in kurzer Zeit, nicht nur im Bildungsbereich, sagte Frost. Er befürchtet, dass die Zeit zwischen den einzelnen Öffnungsschritten nicht ausreichen könnte, um die Auswirkungen zu bewerten.

Im Moment befinden wir uns in einer Dynamik, die ich mit Sorge betrachte.

Schuldezernent Michael Frost in einem Klassenraum
Michael Frost, Bremerhavener Schuldezernent

Gerade für Kinder sei es schwierig, immer an die bestehenden Hygieneregeln zu denken. "Wir wollen natürlich nicht, dass sich jetzt in den Bildungseinrichtungen die Pandemie weiter ausbreitet", so Frost.

Ab Montag doppelt so viele Kinder in der Notbetreuung

Derzeit sind in Bremerhaven rund 650 Kinder in der Notbetreuung. Ab Montag kommen noch einmal so viele Kinder für 15 Stunden in der Woche in die Kitas zurück. Dabei handelt es sich um Vorschulkinder mit Sprachförderbedarf. Ab dem 1. Juni kehren dann die übrigen rund 500 Vorschulkinder zurück. Die Notbetreuung für Kinder, die nicht von ihren Eltern betreut werden können, läuft weiter.

Auch in die Schulen kehren in den kommenden Wochen schrittweise alle Schüler zurück. Der Unterricht erfolgt in kleinen Gruppen und ist auf acht Stunden pro Schüler und Woche beschränkt.

Frost bittet die Eltern darum, möglichst von Nachfragen abzusehen. Die Einrichtungen würden auf die Eltern zukommen und sie rechtzeitig informieren.

Stadt übernimmt Stornokosten von Klassenfahrten

Insgesamt sind laut Frost rund 200.000 Euro Stornokosten für geplante Klassenfahrten angefallen. Der Magistrat hat sich am Mittwoch darauf geeinigt, dass die Stadt diese Kosten trägt.

Wir haben gesagt, wenn die Reisen schon nicht stattfinden, wollen wir nicht auch noch die Familien jetzt mit diesen Gebühren belasten.

Schuldezernent Michael Frost in einem Klassenraum
Michael Frost, Bremerhavener Schuldezernent

Rückblick: So trifft die Corona-Krise junge Familien in Bremen

Video vom 10. Mai 2020
Eine Familie, mit drei Kindern, sitzt auf ihrer Terrasse. Die Mutter hält ein Buch in der Hand, welches sie den Kindern vorliest.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. Mai 2020, 16 Uhr