Bremerhavener Tafel: Advents-Sause platzt aus allen Nähten

Mit über 700 Besuchern war das Bremerhavener Adventsessen wieder ein Renner. Doch es wird langsam zu voll. Findet es bald sogar in der Stadthalle statt?

Tischreihen mit vielen Besuchern beim Adventsessen der Bremerhavener Tafel
Volles Haus: In drei Durchgängen bekamen Bedürftige beim Tafel-Nikolausessen ein "Fünf-Sterne-Menü", wie die Veranstalter versprachen.

Schlangen bis auf die Straße, drinnen am Buffet sowieso: Im Veranstaltungszentrum "Theo" in Bremerhaven-Lehe hat es heute wieder gebrummt wie immer am 6. Dezember. Mehr als 700 Menschen haben am Nikolausessen der Bremerhavener Tafel teilgenommen. Eingelassen wurde nur, wer bedürftig ist – dafür bekamen die Gäste aber ein "Fünf-Sterne-Menü", wie Mitveranstalter Alexis Vaiou versicherte. Außerdem gab es viele Service-Angebote von Medizin bis Haarsalon.

Angelika freut sich übers Essen – und eine neue Frisur

beim Adventsessen der Bremerhavener Tafel
Gratis-Haareschneiden für Angelika: Das Angebot nimmt die Leherin gerne an. Sie kam zum dritten Mal zum Adventsessen.

Für Besucher wie Angelika aus Bremerhaven-Lehe ist das Essen ein Höhepunkt des Jahres. Sie ist Kundin der Bremerhavener Tafel, nach einem bewegten Leben, wie sie sagt. Dass sie sich nach dem Tafeln auch gleich kostenlos die Haare schneiden lassen kann, findet sie "hervorragend" und lobt die Friseure: "Dass die bei diesem Andrang so freundlich und geduldig bleiben – klasse."

Petermann und Moore helfen mit

Mike Moore, Axel Petermann und Wally Kruso beim Adventsessen der Bremerhavener Tafel
Prominente Helfer: Pinguins-Kapitän Mike Moore, Ex-Profiler Axel Petermann und Bremerhavens Original Wally Kruso.

Viel Geduld brauchen auch die Helfer im Parterre: Bei dauervollen Tischreihen war kaum ein Durchkommen, auch an den Buffets ging teilweise gar nichts mehr. Doch die Helfer blieben lächelnd stoisch. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kamen sogar prominente Bedienkräfte an den Tisch. Bremens Promi-Profiler Axel Petermann war nicht das erste Mal als Tablette wuchtender Kellner dabei, Bremerhavens Pinguins-Kapitän Mike Moore gab unterdessen zig Autogramme. Dutzende andere Helfer kochten, servierten, halfen als Sanitäter – oder spendeten für Kinder.

Ingrid macht aus Dankbarkeit als Spenderin mit

Ingrid aus Speckenbüttel beim Adventsessen der Bremerhavener Tafel
Ingrid (59) spendete ihre gesamte Modell-Lkw-Sammlung für Kinder.

So wie Ingrid aus Speckenbüttel. Die 59-Jährige ist Rentnerin und kommt mit ihrem Geld einigermaßen über die Runden. Doch ihre Kinder sind von der Tafel abhängig. Sie war es selber auch einmal, als sie arbeitslos wurde. "Ich bin immer noch sehr dankbar für die Hilfe, die ich damals bekommen habe. Und ich möchte davon etwas zurückgeben", sagt sie. Darum hat sie ihre geliebte Modell-Lkw-Sammlung komplett an bedürftige Kinder verschenkt. "Die Kinder waren total glücklich. Und ich muss nun etwas weniger Staub wischen."

Veranstalter wollen in die Stadthalle wechseln

Alexis Vaiou und Manfred Japs beim Adventsessen der Bremerhavener Tafel
Die organisatoren Alexis Vaiou (links) und Mafred Jabs.

Viel Platz zum Weiterwachsen hat das Tafel-Festessen nicht mehr. Darum überlegen die Veranstalter, es künftig in der Stadthalle abzuhalten. Das Ambiente, gibt Tafel-Chef Manfred Jabs zu, sei dort vielleicht nicht so gemütlich, aber langsam werde es in der "Theo" einfach zu eng. Als Bürgermeister Torsten Neuhoff (CDU) zum Adventsessen kam, haben Jabs und Mit-Organisator Alexis Vaiou ihn zu dem Thema gleich bearbeitet. Er hat zumindest nicht nein gesagt", freut sich Vaiou. Die Stadt will nun prüfen, was sie machen kann.

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier läuft, 6. Dezember 2018, 12.10 Uhr