Das ändert sich bundesweit 2018

Jedes Jahr zum Jahreswechsel stellt sich die gleiche Frage: Hat man mehr oder weniger Pflichten? Kann man Geld sparen oder muss man draufzahlen? Das ändert sich 2018.

Ein Formular für die Einkommenssteuererklärung.
Das Finanzamt will Belege ab 2018 nur noch auf Nachfrage sehen. Bild: Imago | Schöning

1 Mehr Zeit für die Einkommenssteuer

Einfacher soll es werden, außerdem hat man mehr Zeit: Ab 2018 reicht es, Belege lediglich aufzubewahren und erst auf Nachfrage einzureichen. Zudem hat man nun bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit, die Steuererklärung einzureichen. Für die Einreichung über einen Steuerberater verlängert sich die Frist sogar bis zum letzten Februartag des übernächsten Jahres.

2 Mehr Kindergeld

Es gibt zwei Euro mehr: Das monatliche Kindergeld steigt auf 194 Euro pro Monat für die ersten beiden Kinder. Für das dritte Kind gibt es 200 Euro, für jedes weitere sogar 225 Euro. Kindergeld kann ab 2018 jedoch nur noch rückwirkend für sechs Monate beantragt werden.

3 Hartz IV-Satz wird erhöht

Für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt der Regelsatz um sieben Euro auf 416 Euro pro Monat. Paare erhalten ab 2018 374 Euro pro Person, und für Kinder steigen die monatlichen Sätze ja nach Alter um drei bis fünf Euro.

4 Mehr Rente

2018 steigen die Renten voraussichtlich um mehr als drei Prozent. Im Westen liegt das Plus bei 3,1 Prozent, im Osten bei 3,2. Zudem sinkt der Beitragssatz von 18,7 auf 18,6 Prozent.

5 Tschüss 500-Euro-Schein

Zum Ende des Jahres 2018 stellt die Europäische Zentralbank die Ausgabe des 500-Euro-Scheins ein. Das Aus für den größten Schein der Gemeinschaftswährung wurde bereits 2016 beschlossen.

6 Neue Regelungen für Autos

Im neuen Jahr werden die Abgasuntersuchungen für Autos verschärft. Ab 2018 ist die sogenannte Endrohrmessung Pflicht, auch wenn elektronische On-Board-Diagnosen keine Fehler melden. Neuwagen müssen zudem die strengere Schadstoffklasse 6c erfüllen, für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h gilt ab 1. Januar die Schadstoffnorm Euro 4.

Die Verbraucherzentrale NRW rät zudem, Neuwagen vor dem 1. September anzuschaffen. Ab dann könnte die Kfz-Steuer wegen des neuen Abgastestes WLTP nämlich höher ausfallen. Außerdem müssen ab 31. März 2018 alle Neuwagen mit dem eCall-System ausgerüstet werden, das automatisch bei schweren Unfällen einen Notruf absetzt.

7 Freud und Leid für Reisende

Hier gibt es gute und schlechte Nachrichten: Ab Juli dürfen Veranstalter von Pauschalreisen den Preis bis 20 Tage vor Reisebeginn um bis zu acht Prozent erhöhen. Im Gegenzug können Reisende Mängel bis zu zwei Jahre lang gelten machen – statt bisher nur einen Monat. Ab Mai speichert das Bundeskriminalamt Name, Sitzplatz, Flugnummer und IP-Adresse aller Auslandsfluggäste fünf Jahre lang.

8 Streaming-Fans aufgepasst

2018 fällt das Geoblocking bei kostenpflichtigen Streaming-Diensten für Filme, Musik und Videospiele weg. Nutzer dürfen ab dem 20. März die Dienste der Anbieter im EU-Ausland ohne zusätzliche Gebühren nutzen.

9 Echtzeitüberweisungen bald möglich

Ab dem 13. Januar haften Bankkunden bei Missbrauch der Bank-, Kreditkarte oder des Online-Bankings nur noch bis maximal 50 Euro. Eine Ausnahme wird nur bei grober Fahrlässigkeit gemacht, die muss jedoch vom Dienstleister mit zusätzlichen Beweismitteln nachgewiesen werden.

Händler dürfen außerdem bei Buchungen über das Internet keine zusätzlichen Gebühren für Kreditkartenzahlungen verlangen. Ab November werden dann Echtzeitüberweisungen in der Eurozone möglich gemacht. Bankkunden, die für das Online-Banking bisher TAN-Listen genutzt haben, müssen sich für ein neues Verfahren entscheiden. Die TAN-Liste aus Papier wird abgeschafft.

10 Lohngleichheit

Im neuen Jahr soll die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen gefördert werden. In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Informationen darüber einfordern, wie Kollegen für gleichartige Tätigkeiten entlohnt werden, um eventuelle Benachteiligungen leichter zu erkennen.

11 Ausgeweiteter Mutterschutz

Schülerinnen, Studentinnen und Auszubildende können ab 2018 Mutterschutz in Anspruch nehmen. Die sechswöchige Schutzfrist vor der Geburt und das achtwöchige Beschäftigungsverbot nach der Entbindung bleiben bestehen. Bei der Geburt eines Kindes mit Behinderung verlängert sich letztere Frist auf zwölf Wochen.

Auf Wunsch der Schwangeren dürfen Ausnahmen gemacht werden. Dazu müssen Behörden und Ärzte ihr Einverständnis geben. Das gilt auch für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie Nachtarbeit zwischen 20 und 22 Uhr.

12 Majestätsbeleidigung wird abgeschafft

Der Paragraph 103 des Strafgesetzbuches stammt aus dem Jahr 1871. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält ihn „in der Zukunft für entbehrlich“, weshalb er zum 1. Januar 2018 abgeschafft wird. Auslöser für die Reform war Jan Böhmermanns „Schmähgedicht“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Beleidigungen gegenüber Staatsoberhäuptern oder anderen diplomatischen Vertretern werden künftig wie Beleidigungen gegen Bürger behandelt und mit dem Paragraphen 185 geahndet.

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Dezember 2017, 19:30 Uhr