"Nature" ehrt AWI-Logistikerin für prägende Rolle in der Wissenschaft

Das Fachmagazin zählt Verena Mohaupt zu den zehn prägendsten Menschen für die Wissenschaft in 2020. Sie organisierte die "Mosaic"-Expedition mit.

Eine Frau in Winterkleidung steht vor bunten Häusern im Schnee.
Die 37-jährige Verena Mohaupt wurde für ihre Arbeit als Logistikchefin der "Mosaic"-Expedition ausgezeichnet. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Esther Horvath

Verena Mohaupt gehört für das britische Fachmagazin "Nature" zu den zehn Menschen, die im Jahr 2020 eine entscheidende Rolle für die Wissenschaft gespielt haben. Die 37-jährige Mitarbeiterin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) war Logistikchefin von "Mosaic", der größten Arktis-Expedition ihrer Art. Dabei driftete das Bremerhavener Forschungsschiff "Polarstern" etwa ein Jahr lang angedockt an eine riesige Eisscholle durch arktische Gewässer. Im Oktober kehrte der Eisbrecher in seinen Heimathafen zurück.

In einer Reihe mit Greta Thunberg

Eine Frau mit Helm und Funkgerät steht im Schnee vor einem Kran.
Fast neun Monate war Verena Mohaupt während der "Mosaic"-Expedition mit der "Polarstern" in der Arktis. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Folke Mehrtens

Mohaupt habe dafür gesorgt, dass die Forschenden sicher auf dem Eis arbeiten konnten – geschützt vor Eisbären, Kälte und Unfällen, hieß es von dem renommierten Magazin, das jährlich die "Nature's 10" veröffentlicht. "Mir war nicht bewusst, dass ich für diese Liste in Frage komme", sagte Mohaupt zu buten un binnen. "Wenn ich sehe, wer da sonst so drauf steht, bin ich ganz schön baff." So befindet sie sich etwa in Gesellschaft mit der deutschen Impfstoff-Forscherin Kathrin Jansen, im Vorjahr war Klimaaktivistin Greta Thunberg unter den zehn ausgezeichneten Persönlichkeiten. "Das ist schon einfach ein Hammer", so Mohaupt.

Logistikchefin betont Teamleistung

Sie fühle sich geehrt und überwältigt, sagt die studierte Physikerin und frühere Greenpeace-Mitarbeiterin. Betont aber auch: "Das war eine ganz große Teamleistung, was da alles auf die Beine gestellt wurde." Ein bisschen schade sei es, coronabedingt nicht mit dem Team feiern zu können.

Zusammen mit ihrer AWI-Kollegin Bjela König hatte Mohaupt ein Sicherheitskonzept erarbeitet, Arbeitsanzüge getestet und die Logistik für die wissenschaftlichen Geräte geplant. Außerdem mussten sie entscheiden, wo welche Hütte auf der Eisscholle steht, wie viel Strom die Geräte brauchen und wie viel Benzin die Schneemobile.

Viel Improvistation wegen Corona

Knapp neun Monate war Mohaupt mit an Bord der "Polarstern". Die Corona-Krise habe die Expedition vor unvorhergesehene logistische Herausforderungen gestellt. "Wir mussten immer viel improvisieren – wenn eins sicher ist, dann dass die Pläne eigentlich immer durchkreuzt werden und am Ende fast nichts so läuft wie geplant, auch wenn dann trotzdem alles klappt", sagte sie. Corona habe die Spielregeln komplett geändert.

Mir war nicht bewusst, dass ich für diese Liste in Frage komme. Wenn ich sehe, wer da sonst so drauf steht, bin ich ganz schön baff.

AWI-Logistikerin Verena Mohaupt

Insgesamt sei sie jedoch sehr dankbar und glücklich dabei gewesen zu sein. "Die Expedition war großartig und einzigartig", so Mohaupt. "Ich mag Superlative eigentlich nicht wirklich, aber ob ich so etwas in meinem Leben nochmal mitmache, weiß ich nicht."

Rückblick: So läuft die größte Arktis-Expedition aller Zeiten

Video vom 1. Juni 2020
Die Polarstern liegt im Eis.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 16. Dezember 2020, 11:40 Uhr