Polizei setzt mehr Ermittler auf "Gorch Fock"-Fall an

  • Ermittlungsgruppe wird zur "Sonderkommission Wasser" ausbaut
  • Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen Verdacht auf Untreue und Korruption
  • Kosten für die Sanierung des Segelschulschiffs waren explodiert
Eine Luftaufnahme zeigt das Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock", welches im vorderen Baudock der Bredo-Werft repariert wird und mit Planen abgedeckt ist.
Die "Gorch Fock" liegt aktuell in einem Trockendock in Bremerhaven, den ein Werft aus Elsfleth angemietet hat. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Polizei und Staatsanwaltschaft intensivieren ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Untreue bei der Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock". Eine seit Januar bestehende Ermittlungsgruppe ist zur "Sonderkommission Wasser" ausgebaut worden.

Ermittler holen sich Hilfe von Experten

Nun seien deutlich mehr Beamte mit dem Fall beschäftigt, sagte der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme. Wie viele genau, wollte er aber nicht sagen. Geleitet werden Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Sie hatte kürzlich von den Kollegen in Hamburg auch die Ermittlungen gegen zwei Ex-Vorstände der Elsflether Werft wegen Untreue übernommen. Beide beteuern ihre Unschuld. Außerdem geht die Staatsanwaltschaft einen Korruptionsverdacht gegen einen Mitarbeiter der Marine in Wilhelmshaven nach.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck sprach von einem komplexen Verfahren. Bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg seien deshalb weitere Dezernenten mit Spezialwissen in die Ermittlungen einbezogen worden.

Bei der seit mehr als drei Jahren laufenden Sanierung der "Gorch Fock" durch die Elsflether Werft kam es zu einer extremen Kostensteigerung von ursprünglich rund zehn auf zuletzt 135 Millionen Euro. Vorübergehend hatte das Bundesverteidigungsministerium die Arbeiten stoppen lassen, inzwischen gehen sie aber weiter.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 3. April 2019, 7 Uhr

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