Findorffs Wahrzeichen: So wird die Jan-Reiners-Lok schick gemacht

Vor vielen Jahrzehnten dampfte sie zwischen Bremen und Tarmstedt: Nun muss die alte Lok dringend überholt werden. Das setzt komplizierte Reiseplanungen voraus.

Die Jan Reiners Lok ausgestellt in einer Grünanlage
Nach 50 Jahren geht die Bremer Jan-Reiners-Lok endlich wieder auf Reisen.

Sie sieht der Lokomotive Emma aus den "Jim Knopf"-Büchern zum Verwechseln ähnlich: Mitten in Findorffs Herzen steht die grün-rot-schwarze Jan-Reiners-Lokomotive in Gedenken an die alte Kleinbahn-Strecke Bremen – Tarmstedt. Durch ihren Schlot dampft schon lange kein Rauch mehr – durch ihn dringt stattdessen Feuchtigkeit nach innen. Seit 50 Jahren hat sich die Dampflok keinen Zentimeter mehr von der Stelle gerührt. Jetzt soll sie auf Reisen gehen: Der Bürgerverein Findorff will sie sanieren lassen, um sie von Rost und Moos zu befreien. Die Schäden sind massiv. Ausgerechnet der schützende Dämmstoff im Kessel wurde ihr zum größten Feind: Das vergammelte Material setzte der Lok von innen zu.

Da sind Rostlöcher entstanden. Und zwar richtig große Rostlöcher. Und der Rost frisst sich ja weiter durch! Nicht, dass die uns irgendwann zusammenfällt!

Birgit Busch, Bürgerverein Findorff e.V.

Eine Lok geht auf Reisen

Die Dampfklok abzutransportieren, stellt den Bürgerverein jetzt vor ungeahnte Schwierigkeiten. Mit Polizei, Feuerwehr, Umweltbetrieb und den Sanierungsexperten wird derzeit besprochen, wie die Lok vom Sockel geholt werden kann, um dann – möglichst bald – in die Werkstatt gebracht zu werden. Kein ganz leichtes Unterfangen.

Man glaubte zunächst, man kann sie auf den Schienen ziehen und so auf den Tieflader bekommen. Nun muss sie aber mit einem Kran transportiert werden.

Birgit Busch, Bürgerverein Findorff e.V.

Ein Ausflug zu den Lokliebhabern

Ein Loch in der Jan Reiners Lok in Bodennähe
Die Schäden an der Lokomotive sind massiv.

Der Wellnessurlaub der Lok findet in Bruchhausen-Vilsen statt. Da versteht man was von alten Loks: Der Deutsche Eisenbahnverein e.V. betreibt dort die erste Museums-Eisenbahn Deutschlands mit einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn nach Asendorf. Uwe Franz und seine Vereinskollegen haben schon einige Loks und Züge aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Die Hauptaufgabe wird sein, dem Rost den Kampf anzusagen und soviel Substanz zu retten, wie möglich ist.

Anschließend soll sie einen neuen Anstrich bekommen und optisch so wiederhergestellt werden, wie sie ursprünglich mal gewesen ist.

Uwe Franz, Deutscher Eisenbahn-Verein e.V.

Viel Geld geht durch den Schlot

Ein Jahr wird Findorff auf sein Denkmal verzichten müssen – so lange wird die Frischzellenkur dauern. Viel Zeit, um weiter Geld zu sammeln. Der Bürgerverein hatte die Kosten dafür auf rund 38.000 Euro geschätzt und selbst bis jetzt etwa 30.000 Euro zusammenbekommen – auch durch viele Spenden. Das wird nach Auffassung des Experten aber vermutlich nicht reichen, um die Lok wieder in Schuss zu bringen.

Für die optische Instandsetzung und die Transporte werden wohl schon so 50.000 bis 55.000 Euro erforderlich sein.

Uwe Franz, Deutscher Eisenbahn-Verein e.V.

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Autor

  • Wolfgang Loock

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 10. Januar 2019, 15:15 Uhr