Liveticker

Corona-Ticker (1. Mai): Besatzungsmitglied auf Kreuzliner erkrankt

Ein Mensch an Bord des in Cuxhaven liegenden Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" von Tui Cruises ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Entwicklung im Liveticker.

Mein Schiff 1
Das Schwesterschiff mit der Nummer 3 aus der "Mein Schiff"-Flotte liegt in Cuxhaven. Ein Mitglied der fast 3.000 Menschen starken Besatzung wurde positiv getestet. Bild: DPA | RTN, Ute Strait

+++ Kreuzliner in Cuxhaven: Eins von fast 3.000 Besatzungsmitgliedern erkrankt +++

Ein Mensch an Bord des in Cuxhaven liegenden Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" von Tui Cruises ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gesamte Schiff sei daraufhin unter Quarantäne gestellt worden, teilten der Landkreis Cuxhaven und die Reederei am Freitagabend mit. Der Betroffene habe leichte Krankheitssymptome.

Die "Mein Schiff 3" befinde sich seit Dienstag ohne Gäste mit aktuell 2.899 Besatzungsmitgliedern an Bord am Steubenhöft in Cuxhaven, hieß es von Tui Cruises. Bis auf Weiteres bleibe die gesamte Besatzung an Bord. Das Schiff wird derzeit als eine Art Sammeltransport für Besatzungsmitglieder der Tui-Flotte eingesetzt. Da Häfen wegen der Corona-Krise geschlossen wurden, hat die Reederei für ihre Beschäftigten die Rückreise in Heimatländer selbst organisiert.

+++ 106 neue Corona-Infizierte in Niedersachsen +++

Pflegerin legt einer Patientin am Patientenbett die Manschette des Blutdruckmessgerätes an.
Die Zahl der Infizierten in Niedersachsen ist gestiegen. Bild: Gesundheit Nord gGmbH | Kerstin Hase

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 10.305 gestiegen. Das sind 106 mehr als am Donnerstag. Die Angaben zu den Genesenen sowie Verstorbenen wurden aufgrund technischer Probleme am Tag der Arbeit zunächst nicht aktualisiert. Am Donnerstag waren laut Hochrechnung 7.431 Menschen, fast drei Viertel der bestätigten Fälle, wieder genesen und 435 Infizierte gestorben. Aus Bremen und Bremerhaven werden heute wegen des Feiertags keine Zahlen erwartet.

Feiertag 1. Mai – nichts los?

Video vom 1. Mai 2020
Ein Banner auf der 1. Mai Demo der Arbeiterbewegung mit der Aufschrift "1.Mai Kampftag der Arbeiterklasse"
Bild: Radio Bremen

+++ Polizei löst Mai-Feier in Rotenburg auf +++

Gegen neun junge Leute im Alter zwischen 19 und 25 Jahren hat die Rotenburger Polizei in der Nacht zum Freitag Bußgeldverfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Eine Anwohnerin hatte kurz nach Mitternacht eine Mai-Feier auf einer Grünfläche mit mehreren Personen gemeldet. Als die Polizei am Ort eintraf, versuchten sich die Betroffenen zunächst auseinanderzustellen, um den Mindestabstand einzuhalten. Dann wollten sie die Grünfläche zügig verlassen. Die Beamten nahmen die Personalien der Anwesenden auf und leiteten gegen alle Verfahren ein.

+++ Zwei Demonstrationen zum 1. Mai +++

Vereinzelt stehen Menschen mit roten Fahnen auf einem Platz
Die Teilnehmer der Demonstrationen hielten sich an die Abstandsregel. Bild: Radio Bremen | Serena Bilanceri

In Bremen haben zwei Gruppierungen getrennt voneinander für Arbeiterrechte demonstriert. Insgesamt beteiligten sich etwa 140 Menschen an den Protestzügen. Eine Demonstration endete auf dem Marktplatz in Bremen, die andere auf dem Domshof. Die Teilnehmer hielten sich an die Abstandsregel, alles verlief ruhig.

+++ Lage in Bremen ruhig – Polizei Bremen ist vorbereitet +++

Der 1. Mai in Bremen wird normalerweise groß begangen. Wegen der Corona-Krise sind Großveranstaltungen aber verboten. Für den Fall, dass es in Bremen zu unerlaubten Zusammenkünften kommt, ist die Polizei vorbereitet. Sie hat an der Bürgerweide mehrere Mannschaftswagen auf Abruf positioniert. Doch die Lage ist den Angaben der Polizei zufolge ruhig und entspannt.

Mehrere Einsatzwagen der Polizei stehen vor einer Halle auf einem großen Platz
Bild: Radio Bremen | Mario Neumann

+++ Bremer DGB fordert strikte Regeln für Arbeitsschutz nach Corona-Krise +++

Zum ersten Mal seit mehr als 70 Jahren begehen die deutschen Gewerkschaften den Tag der Arbeit ohne Großkundgebungen. Wegen der Corona-Krise hat der DGB stattdessen einen Livestream unter dem Motto "Solidarisch ist man nicht alleine" gestartet. Bremens DGB-Chefin Annette Düring wollte nicht mit 50 Menschen unter Einhaltung der Abstandsregel demonstrieren statt wie sonst üblich mit 5.000. Düring forderte allerdings im Vorfeld des politischen Feiertages strikte Regeln für den Arbeitsschutz der Beschäftigten, wenn die Wirschaft wieder hochgefahren wird. Ute Buggeln von der IG Metall Bremen hält jetzt umfassende Konjunkturprogramme für nötig. Diese dürften keinen Einmal-Effekt haben, sondern müssten Zukunftsbranchen und Zukunftsindustrien zugutekommen, mehr als einzelnen Firmen.

+++ Ryanair will Stellen streichen +++

Die Fluggesellschaft Ryanair will wegen der Corona-Krise bis zu 3.000 Stellen streichen. Betroffen seien vor allem Piloten und Kabinenpersonal, teilte die Fluggesellschaft mit. Außerdem seien Standort-Schließungen in ganz Europa zu erwarten. Auch müsse mit Zwangsurlaub und Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent gerechnet werden – das schließe die Führungsebene mit ein.

+++ Theater Bremen sucht Brieffreundschaften +++

Mit Brieffreundschaften wollen Akteure des Bremer Theaters trotz der Schließung durch die Corona-Pandemie Kontakt zu Menschen aus dem Publikum pflegen. 50 Theaterleute suchten Brieffreundschaften, vom technischen Direktor über die Sängerin bis zur Souffleuse, teilte das Haus am Donnerstag mit. 25 Briefe seien schon eingetroffen, hieß es. Auf Deutsch, Russisch, Norwegisch, Französisch, Englisch und Schwedisch könne hin- und hergeschrieben werden. Die Idee zu dem Projekt hatten die Dramaturginnen Simone Sterr und Regula Schröter, die in einer Zeit, in der alles ins Digitale abwandert, nach einer Möglichkeit suchten, auch ältere oder weniger Internet-affine Menschen zu erreichen.

+++ Flugzeug bringt am Samstag Schutzkleidung nach Bremen +++

Am Bremer Flughafen sollen morgen Hunderttausende Schutzmasken und Schutzanzüge ankommen. Erwartet wird die Schutzausrüstung in einer Boeing 777 aus Shanghai.

+++ 22 Corona-Fälle in DHL-Verteilzentrum +++

Die Gesundheitsbehörde meldet einen Corona-Ausbruch in einem Bremer DHL-Verteilzentrum. In den vergangenen Tage habe es 22 bestätigte Infektionen in dem Verteilzentrum gegeben. Ein Übertragungsrisiko durch Postsendungen besteht laut Behörde aber nicht.

+++ Senat will Dienstag Spielplatzöffnungen beschließen +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat angekündigt, in Bremen bald wieder die Spielplätze für Kinder zu öffnen. Das war ein Ergebnis der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin. Es sei wichtig, Kindern endlich wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen, sagte der Bürgermeister im Interview bei buten un binnen. Über die genauen Regeln für die Spielplätze wird der Senat am Dienstag beraten. Dann soll es auch darum gehen, wie Gottesdienste wieder stattfinden und Museen wieder öffnen können.

Von der Opposition kommt leichte Kritik an der Bremer Regierung. Der Landesvorsitzende der CDU, Carsten Meier-Heder, sagte zu buten un binnen, er wünsche sich mehr Mut für den Bremer Weg aus der Krise. Zum Beispiel plädiert er dafür, auch Fitnessstudios wieder zu öffnen. Hauke Hilz von der FDP sprach von einem richtigen Maß der Lockerungen. Allerdings fehle ihm nach wie vor ein Fahrplan für die Gastronomie, wie es in den kommenden Wochen weitergehen könnte.

Corona-Maßnahmen: Das haben Bund und Länder beschlossen

Video vom 30. April 2020
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei einer Pressekonferenz. Hinter ihm steht eine Gebärden-Dolmetscherin.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Eins, 1. Mai 2020, 6 Uhr