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Corona-Ticker (9. April): Zahl der Todesfälle in Bremen steigt auf 13

Im Land Bremen gibt es zwei weitere Todesfälle, die Zahl der bestätigten Infektionen hat sich auf 451 erhöht. Die Entwicklung im Live-Ticker.

Eine Gesundheits- und Krankenpflegerin, zieht sich auf einer Corona-Intensivstation Einweghandschuhe an. (Symbolbild)
In Bremen ist die Zahl des Todesfälle erneut gestiegen. Bild: DPA | Sebastian Kahnert

+++ Radio-Bremen-Mitarbeiter berichten von ihren Erfahrungen als Infizierte +++

Sie waren beide mit ihren Familien im Skiurlaub in Österreich – und steckten sich mit Covid-19 an. Doch ab dann machten sie ganz unterschiedliche Erfahrungen. Wie sie die Krankheit und die Betreuung in Bremen erlebt haben, schildern Axel Pusitzky und Jens Otto hier:

+++ 12.500 Bremer Antragsteller warten auf Soforthilfen in der Coronakrise +++

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hatte Unternehmen schnelle Hilfe in der Coronakrise versprochen. 14.500 Anträge auf Soforthilfen sind allein in Bremen bisher eingegangen, Tendenz weiter steigend, teilt das Wirtschaftsressort mit. Davon sind bisher 2.000 bewilligt worden. Die große Mehrheit der Antragsteller – 12.500 – wartet also nach wie vor auf eine Bewilligung.

+++ Zahl der bestätigten Infektionen in Bremen steigt auf 451 +++

Neun weitere bestätigte Infektionen hat die Bremer Gesundheitsbehörde seit Mittwoch registriert. Zwei weitere Menschen starben, darunter eine Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung. 20 Personen werden stationär behandelt, die auch in Bremen ihren Wohnsitz haben. Acht dieser Patienten werden auf Intensivstationen versorgt und müssen beatmet werden. Sechs Personen befinden sich in einem kritischen Gesundheitszustand.

Wie die Gesundheitsbehörde weiter mitteilt, sei in den vergangenen Tagen persönliche Schutzausrüstung bereitgestellt worden. Darunter befinden sich insgesamt mehr als 500.000 chirurgische Gesichtsmasken sowie rund 50.000 sogenannte FFP2-Masken. Darüber hinaus wurden Schutzkittel, Handschuhe, Desinfektionsmittel und weitere Gegenstände geliefert. Inzwischen erreichen demnach vermehrt Lieferungen aus eigenen Bestellungen sowie aus Bestellungen beim Bundesgesundheitsministerium Bremen. Diese Lieferungen würden fortlaufend beispielsweise Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, Pflegeeinrichtungen und niedergelassenen Hebammen zur Verfügung gestellt.

+++ Weiterer Coronafall: Alle Bewohner und Mitarbeiter in Erstaufnahmeeinrichtung werden getestet +++

Alle Bewohner und Beschäftigten der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Bremen werden auf das Coronavirus untersucht. Das ist die Konsequenz, nachdem ein weiterer Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Es war ein Zufall, dass der Mann überhaupt getestet wurde. Vor seiner Ankunft in der Aufnahmestelle hatte er sich zwei Wochen in häuslicher Quarantäne aufgehalten, weil er aus einem als Risikogebiet eingestuften Land nach Bremen gekommen war. Während der Quarantäne und auch danach zeigte er keine Symptome der Erkrankung.

Vermutlich, so ein Sprecher der Sozialbehörde, hatte der Mann das Virus aus dem Ausland mitgebracht und die zweiwöchige Quarantäne war nicht lang genug. Es seien alle Personen in der Erstaufnahme identifiziert, mit denen der Geflüchtete Kontakt hatte. Sie wurden isoliert und der ganze Wohnflügel des Mannes wurde ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Zu Beginn der Pandemie lebten 600 Menschen in der Erstaufnahmestelle. 200 Flüchtlinge, darunter vor allem Risikogruppen, wurden inzwischen in kleineren Wohneinheiten untergebracht. Die Forderung nach einer Schließung der Einrichtung lehnt die Sozialbehörde ab.

+++ Göttinger Forscher berechnen Dunkelziffer – auch für Bremen +++

Die Gesundheitswissenschaftler Sebastian Vollmer und Christian Bommer von der Universität Göttingen haben eine Studie durchgeführt, um die Dunkelziffer weltweit, aber auch für Deutschland und die Bundesländer zu ermitteln. In ihrer Hochrechnung kommen sie zu dem Ergebnis, dass in Deutschland mehr als 15 Prozent der Corona-Infektionen entdeckt werden. Für Bremen haben die Forscher einen Wert von 17 Prozent errechnet. Sie schränken aber ein, dass dieser statistisch gesehen weniger sicher sei, da Bremen insgesamt eine geringe Fallzahl habe.

+++ Vier Mitarbeiter des Ordnungsdienstes infiziert – Verstärkung über Ostern geplant +++

Ein Test auf den Coronavirus
In den vergangenen drei Wochen sind 8 am St. Joseph-Stift acht Mitarbeiter positiv auf den Coronavirus getestet worden. Bild: Imago | Action Pictures

Nachdem in den vergangenen Tagen vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes positiv auf das Coronavirus getestet wurden, musste sich ein Großteil ihrer Kolleginnen und Kollegen als sogenannte Kontaktpersonen 1 in häusliche Quarantäne begeben, teilt das Bremer Innenressort mit. Der Ordnungsdienst wird jedoch ab Karfreitag und über Ostern wieder in sechs neuen, gemischten Teams im Stadtgebiet unterwegs sein. Dabei gelten ab sofort noch einmal weiter verschärfte Hygiene-Vorschriften.

+++ Klinikum Links der Weser verhängt teilweise Aufnahmestopps +++

Nachdem seit Mitte März insgesamt 32 Mitarbeiter des Klinikums Links der Weser positiv auf das Coronavirus getestet wurden, werde nun in einigen Bereichen ein Aufnahme- und Verlegungsstopp verhängt. Das teilte am Mittag die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) mit. Die Schwerpunktbereiche Geburtshilfe, Kardiologie und Pädiatrie sind davon nicht betroffen.

Das Infektionsgeschehen habe sich auf mehrere Stationen erstreckt; alle aus den betroffenen Stationen entlassenen Patienten müssten sich im Anschluss in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben. Zusätzlich sollen nun auch Patienten Gesichtsmasken tragen, sofern es ihr Zustand erlaubt. Das Krankenhauspersonal tue das bereits ausnahmslos. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man davon aus, dass sich bis zu acht Patienten sowie weitere Beschäftigte infiziert haben könnten. Das Gesundheitsamt überprüfe zurzeit weitere mögliche Infektionsketten.

+++ Krankenhaus St. Joseph-Stift meldet 8 Corona-Fälle unter Mitarbeitern +++

Im Krankenhaus St. Joseph-Stift seien verteilt über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen insgesamt acht der 900 Mitarbeitenden positiv auf das Virus getestet worden, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Eine Mitarbeiterin sei mittlerweile wieder genesen und im Dienst, weitere würden in den nächsten Tagen aus der Quarantäne zurückkehren.

"Während dieses gesamten Zeitraums sind die Versorgungssicherheit und Leistungsfähigkeit unseres Krankenhauses zu keiner Zeit eingeschränkt gewesen und weiterhin auch nicht eingeschränkt. Der Schutz unserer Patienten und Mitarbeitenden hat oberste Priorität", versichert das Krankenhaus in einer Mitteilung. Positiv getestete Mitarbeitende würden umgehend nach Hause geschickt und erst nach zweiwöchiger Quarantäne sowie eingängigen Tests wieder in den Dienst gelassen.

+++ Bremen will Hafengebühren vorerst nicht eintreiben +++

Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) will wegen der Coronakrise auf die Eintreibung von Hafengebühren verzichten. Betriebe könnten zunächst bis Juni eine Stundung erwirken, also eine Hinausschiebung von Zahlungsforderungen. Notfalls werde das bis September verlängert.

+++ Bremer Linke fordern höheres Hartz-IV und Kurzarbeitergeld +++

Nach Ansicht der Bremer Linken müssten Hartz IV-Empfänger mindestens 200 Euro mehr im Monat bekommen, zudem solle das Kurzarbeitergeld für die Dauer der Pandemie auf mindestens 90 Prozent aufgestockt werden. Der Koalitionspartner SPD reagierte zunächst verhalten. Die CDU kritisiert die Forderungen scharf.

+++ Airbus kürzt zivile Flugzeugproduktion +++

Airbus hat angekündigt, die zivile Flugzeugproduktion um rund ein Drittel zu kürzen. Das gelte sowohl für den Mittelstreckenjet A320 wie auch die Langstreckentypen A330 und A350, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie lange die Maßnahme gelten soll, ist offen. Airbus reagiere damit auf die Corona-Pandemie und den Wunsch von Airlines, Auslieferungen zu verschieben. Von der Kürzung ist auch die Flügelausstattung im Bremer Airbus-Werk betroffen. Dort gilt bereits ein weitgehender Produktionsstopp, zunächst befristet bis zum 27. April.

+++ Corona-Ausbruch in Bremer Klinik +++

Im Klinikum Links der Weser gibt es einige positiv getestete Mitarbeiter. Das hat die kommunale Krankenhausgesellschaft Gesundheit Nord bestätigt. Am Abend soll über Maßnahmen wie Stationsschließungen oder einen Aufnahmestopp entschieden werden.

+++ 20 weitere bestätigte Infektionsfälle im Land Bremen +++

Wie das Bremer Gesundheitsressort mitteilt, ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus seit Dienstag um 20 auf 442 Fälle gestiegen. Alle zusätzlichen Fälle entfallen auf die Stadt Bremen. Eine weitere Person verstarb. Nach Angaben der Behörde hatte sie verschiedene chronische Krankheiten. Zurzeit werden in Bremen 20 Personen stationär behandelt, zehn davon befinden sich auf Intensivstationen. Neun der Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen müssen beatmet werden. Der Zustand wird bei mindestens elf Personen als kritisch beschrieben.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. April 2020, 19:30 Uhr