Neue Studie: Männer in Bremerhaven haben geringste Lebenserwartung

  • In Bremerhaven werden Männer im Schnitt 75,8 Jahre alt
  • Das ist laut einer Studie der niedrigste Wert deutschlandweit
  • Bremer Männer und Frauen werden im Schnitt 77,6 und 83,8 Jahre alt
Zwei Rentner sitzen mit Abstand auf einer Parkbank. (Archivbild)
Männer haben in Bremerhaven laut einer Studie im Schnitt die geringste Lebenserwartung. (Symbolbild) Bild: DPA | Tobias Hase

In Bremerhaven haben Männer einer Studie zufolge die niedrigste Lebenserwartung in ganz Deutschland. Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock ermittelte für Bremerhaven eine Lebenserwartung der Männer von 75,8 Jahren. Das sei der niedrigste Wert aller 402 deutschen Städte und Landkreise. Im bayerischen Landkreis München als Spitzenreiter lebten die Männer gut fünf Jahre länger.

Die Forscher hatten Sterbedaten der Jahre 2015 bis 2017 ausgewertet und daraus die Lebenserwartung geschätzt. Um statistische Unsicherheiten in sehr kleinen Landkreisen auszugleichen, wurden die Sterberaten mehrerer Jahre kombiniert. Die regionalen Unterschiede führen die Forscher vor allem auf Armut zurück. Demnach rangieren die Lebenserwartungen in Bremen sowie den Landkreisen Niedersachsens etwa meist im Mittelfeld.

In Bremen haben Frauen im Mittel eine Lebenserwartung von bis zu 83,8 Jahren, bei Männern sind es 77,9 Jahre. In Niedersachsen leben Frauen in der Region Hannover sowie in den Landkreisen Stade und Harburg mit durchschnittlich bis zu 84,4 Jahren am längsten, Männer mit bis zu 79,6 Jahren im Ammerland, in der Region Osnabrück und ebenfalls im Landkreis Harburg.

Im Norden lebt es sich nicht so lange wie im Süden

Vor allem stellten die Forscher ein Gefälle in Richtung Süden fest: So leben etwa Männer in Bremerhaven im Schnitt nur 75,8 Jahre, im Landkreis München werden Männer dagegen 81,2 Jahre alt. Frauen leben in Bremerhaven im Schnitt 82,4 Jahre.

Ziel der Studie war auch festzustellen, welche Faktoren zur unterschiedlichen Lebenserwartung beitragen. Starken Einfluss hat demnach die Arbeitslosenquote und die Quote der Hartz-IV-Empfänger in einem Landkreis. "Wer Unterschiede in der Lebenserwartung reduzieren will, muss vor allem die Lebensbedingungen des ärmsten Teils der Bevölkerung verbessern", sagte der Autor der Studie, Roland Rau.

Andererseits zeigten die Daten, dass häufig debattierte Faktoren wie das Durchschnittseinkommen, die Dichte der Ärzte oder die Bevölkerungsdichte einen weitaus geringeren Einfluss auf die Lebenserwartung haben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 20. Juli 2020, 23:30 Uhr