NSU-Urteil: Bremer Aktivisten fordern weitere Aufklärung

  • 300 Menschen zogen vom Ziegenmarkt zum Landgericht
  • Aufklärung der NSU-Verbrechen sei nicht abgeschlossen
  • Linkes Bündnis hielt am Morgen Kundgebung am Goetheplatz
Menschen ziehen durch Bremen und demonstrieren

Nach dem Urteil im NSU-Prozess haben am Abend rund 300 Menschen in Bremen weitere Aufklärung gefordert. Die Demonstranten zogen vom Ostertorviertel zum Bremer Landgericht und wieder zurück. Sprecher erklärten, die Aufarbeitung der NSU-Verbrechen sei nicht abgeschlossen. Auch nach 400 Verhandlungstagen seien noch zu viele Fragen offen. Insbesondere die Rolle des Verfassungsschutzes müsse weiter untersucht werden.

Zu der Kundgebung am Ziegenmarkt hatten mehrere linke Gruppen aufgerufen. Wie die Polizei mitteilt, war die Versammlung nicht angemeldet. Es werde deshalb wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Kundgebung mit 70 Teilnehmern am Goetheplatz

Eine Gruppe von Menschen steht unter einem Baum.
Die Aktivisten wollen verhindern, dass das Urteil einen Schlussstrich unter die Debatte zieht.

Ein linkes Bündnis hatte bereits am Mittwochvormittag eine Kundgebung vor dem Theater am Goetheplatz abgehalten. Etwa 70 Aktivisten wollten dafür sorgen, dass die Taten der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) auch nach der Urteilsverkündung nicht in Vergessenheit geraten. Die Polizei war mit einem kleinen Aufgebot vor Ort.

Der Sprecher des Bündnisses, Björn Krämer, sagte zu buten un binnen: "Das Urteil ist für uns kein Schlussstrich." Das Gericht habe konsequent den "Drei-Täter-Mythos" aufgebaut. Die Aktivisten hingegen glauben nicht daran, dass der NSU nur aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bestand. Alle Infos zum NSU-Urteil finden Sie hier.

Auf einem Straßenschild klebt ein Aufkleber mit der Aufschrift "Tasköprü-Str.".
Ein Straßenschild am Goetheplatz wurde "umbenannt".

Die Aktivisten überklebten auch ein Straßenschild am Goetheplatz mit dem Namen eines NSU-Opfers. An dem Pfahl des Straßenschildes wurde ein Flugblatt mit weiteren Informationen zu der Person angebracht. Darunter war die Parole "Kein Schlussstrich" zu lesen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Juli 2018, 19:30 Uhr