Schüler-Demos für Klimaschutz: Bogedan zeigt Verständnis

  • Hunderte Schüler haben am Freitag in Bremen demonstriert
  • Bildungssenatorin Bogedan begrüßt Engagement
  • Klassen könnten die Demos als "außerunterrichtliche Aktivität" besuchen.
Auf einem Schild steht "Fridays for Future".
Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrieren in ganz Deutschland Schüler für einen besseren Klimaschutz. Bild: dpa | Hauke-Christian Dittrich

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) zeigt Verständnis für die am Freitag bundesweit durchgeführten Schülerproteste zum Klimaschutz. Zugleich verwies sie auf die Schulpflicht. Wer zu Demonstrationen statt zum Unterricht gehe, der müsse zum Beispiel Einträge ins Klassenbuch in Kauf nehmen.

Wir wünschen uns immer eine Jugend, die politisch ist und sich für ihre Ziele einsetzt. Als Bildungssenatorin muss ich aber natürlich darauf hinweisen: Es ist Schule schwänzen.

Claudia Bogedan bei einer Pressemeldung.
Claudia Bogedan, Bildungssenatorin

Als Demokratin freue sie sich, sagte Bogedan, dass junge Menschen sich für die Gestaltung ihrer Zukunft interessierten. Als Bildungssenatorin müsse sie es allerdings als Schwänzen bewerten, wenn Schüler einfach nicht zum Unterricht erscheinen. Bremer Schulklassen könnten "als außerunterrichtliche Aktivität" aber durchaus einen gemeinsamen Ausflug zu den Klima-Demos machen, so Bogedan.

Wenn man besonders gute und gewichtige Gründe hat, dann gibt es in der Demokratie etwas, das nennt sich ziviler Ungehorsam – dass man sich über bestehende Regeln hinwegsetzen kann. Allerdings mit der Notwendigkeit, zum Beispiel einen Eintrag ins Klassenbuch in Kauf zu nehmen.

Claudia Bogedan, Bildungssenatorin

Bremerhavens Schuldezernent Michael Frost zeigte einen ähnlichen Weg auf. In einer inoffiziellen Mail empfahl er, dass Lerngruppen und Klassen gemeinsam mit ihren Lehrern an der Kundgebung "Fridays for Future" teilnehmen könnten. Lob für das Engagement der Schüler kommt auch aus dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Es sei sehr wichtig, dass die Schüler für ihre Zukunft auf die Straße gingen.

Ich bin wirklich froh, dass die jungen Leute die Schnauze voll haben, und so wie wir früher gegen Atomwaffen und Chemiewaffen auf die Straße gegangen sind, so gehen heute die Schülerinnen und Schüler auf die Straße und sagen "Es geht um unsere Zukunft, so geht's nicht weiter!".

Die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius.
Antje Boetius, Direktorin AWI Bremerhaven

In Bremen demonstrierten bis zu 5.000 Schüler. In Bremerhaven berichten die Organisatoren einer Kundgebung von bis zu 2.000 Teilnehmern. Aktionen haben auch in Oldenburg, Cuxhaven, Nienburg und Emden stattgefunden.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. März 2019, 19:30 Uhr