Fragen & Antworten

Bremer Frühlingsanfang: Ab wann können wir auf schönes Wetter hoffen?

Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang. Nach zuletzt regnerischen Tagen klären wir, wann der langersehnte Frühling endlich in Bremen richtig ankommt.

Ein Regenbogen über einem Feld mit Obstbäumen.
Zwischen Sonne und Regen - diesen Anblick gab es in den letzten Tagen oft am Bremer Himmel zu sehen. Bild: Imago | Jan Eifert
Erleben wir 2021 einen typischen März? Oder ist er – wie es sich aktuell anfühlt – eher nass und kalt?
Das hängt ganz davon ab, mit welchem zeitlichen Abschnitt man den aktuellen März vergleicht, sagt Meteorologin Claudia Kahl von Wetter Welt. Gemessen wird das in den sogenannten Klimareferenzperioden. Diese geben an, wie warm oder kalt ein Monat in diesem Zeitraum im Durchschnitt war. Der Bremer März 2021 war gefühlt bislang zu kalt. Diese Vermutung bestätigt sich auch im Vergleich mit der Klimareferenzperiode von 1991 bis 2020. Demnach liegt der aktuelle Bremer März mit rund einem Grad unter dem Durchschnittswert für den Monat März. Es war also tatsächlich zu kalt. Schaut man aber auf die Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990, mit der bis Ende letzten Jahres unser Wetter noch verglichen wurde, dann ist es derzeit mit circa einem Grad leicht zu warm. Der Klimawandel macht sich also in den Referenzwerten schon deutlich bemerkbar. Insgesamt war der März bis jetzt zu nass und auch die Sonne hat sich im Durchschnitt etwas zu wenig blicken lassen.
Wie steht es um die Grundwasserstände in und um Bremen? Konnten sich die Bestände nach den letzten trockenen Jahren erholen?
Die Defizite im Bremer Boden sind nach wie vor vorhanden. Es herrscht gerade in den tieferen Schichten noch eine sehr große Trockenheit. Eine Erholung hat also noch nicht stattgefunden.
Welche Prognose kann man für die nächsten Wochen stellen? Wird es bald "richtig" Frühling?
Insbesondere die kommenden Tage und Nächte werden nochmal sehr kalt. Der Tiefpunkt wird am Samstag erwartet mit einer Tagestemperatur von maximal fünf Grad. Danach geht es langsam wieder aufwärts mit den Temperaturen und wir erreichen ab Dienstag Höchstwerte um die zehn Grad. Gegen Ende der nächsten Woche sind sogar bis 14 Grad möglich. Grund dafür ist eine Umstellung der Wetterlage. Dadurch wird es weniger wechselhaft und auch die Sonne zeigt sich öfter. Wir können also auf Frühlingsgefühle hoffen.
Wie kommt es, dass das Wetter im Frühling so wechselhaft ist?
Das liegt an den großen Unterschieden zwischen Meer und Land. Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich das Land sehr viel schneller als das Wasser. Wenn wir es nun mit einem Kaltluftvorstoß zu tun bekommen, dann können sich aufgrund der unterschiedlichen Temperaturverteilungen am Boden und in der Höhe vermehrt Schauer entwickeln. Mit der Erwärmung der Meere dringt je weiter man in den Frühling und Sommer kommt nicht mehr so kalte Luft nach Norddeutschland und die Temperaturunterschiede sind geringer.
Wie sehen die Aussichten für Allergiker aus?
Es sind jetzt schon einige Pollen in der Luft vorhanden. Dies ist aber nicht ungewöhnlich: Hasel- und Erlenpollen sind Ende Februar und Anfang März in der Regel in ihrer höchsten Konzentration zu finden. Aktuell sind diese im schwachen bis mäßigen Bereich. Auch Pollen von Pappel, Weiden und Ulmen sind schon in schwacher Konzentration vorhanden. Mit dem auffrischenden Wind nimmt die Konzentration am Sonntag vorübergehend zu. Auch mit den steigenden Temperaturen im Laufe der nächsten Woche ist mit einer zunehmenden Pollenbelastung zu rechnen.
Wie wird das Wetter zu Ostern?
Das lässt sich jetzt leider noch nicht vorhersagen. Ein erster grober Trend zeigt mildes und leicht wechselhaftes Wetter. Generell lassen sich konkrete Aussagen über das Wetter aber erst etwa sieben Tage im Voraus treffen.

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Autoren

  • Johanna Kroke
  • Rena Lossau

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, Wetter, 20. März 2021, 19:30 Uhr