Nach schweren Vorwürfen: Wie geht es weiter mit der "Feuerwache"?

Video vom 4. November 2020
Das Gebäude der intensivpädagogischen Einrichtung "Feuerwache".
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Zwei Ex-Mitarbeiter berichten von untragbaren Zuständen in der Bremer Jugendeinrichtung. Donnerstag will sich das Sozial-Ressort äußern.

Die CDU-Jugendpolitikerin Sandra Ahrens fordert, die umstrittene Kinder-Wohngemeinschaft "Feuerwache" in Bremen-Hemelingen vorübergehend zu schließen. In der Jugendeinrichtung herrschten untragbare Zustände.

Buten un binnen hatte darüber berichtet, dass die dort untergebrachten Kinder mit Drogen in Kontakt kommen und nicht zur Schule gehen. Die Bilder und Berichte aus der "Feuerwache" seien absolut erschütternd, so die CDU-Abgeordnete Ahrens.

Sozial-Ressort äußert sich Donnerstag

Schon in der vergangenen Woche hatte die Parlamentarierin deswegen Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt. Donnerstag will sich das Sozial-Ressort in der Fach-Deputation äußern. Ahrens fordert lückenlose Aufklärung und den sofortigen Schutz der Kinder.

Alkohol-, Drogen- und Zigarettenkonsum sind nach Aussagen von Ex-Mitarbeitern in der Jugend-Wohngemeinschaft "Feuerwache" genauso an der Tagesordnung wie Dauer-Zocken am Handy und im Internet. Dort sind Kinder zwischen zwölf und 16 Jahren untergebracht, die zuvor meist in anderen Heimen oder bei Pflegefamilien gelebt haben. Unklar ist, warum das Landesjugendamt bislang nicht eingeschritten ist. Denn offenbar lagen dort schon im Juli Informationen auf dem Tisch, dass es in der Einrichtung Probleme gibt.

Der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Magnus Buhlert glaubt, dass es jetzt einen "Impuls von außen" durch die Behörde braucht. Möglicherweise müsse ein anderer Träger die Arbeit übernehmen.

Ein Gebäude in Bremen-Hemelingen an einem sonnigen Tag
Laut Ex-Mitarbeitern herrschen untragbare Zustände in der Kinder-Wohngemeinschaft "Feuerwache" in Bremen-Hemelingen. Bild: Radio Bremen

"Die Berichte der gekündigten Sozialarbeiter aus der Einrichtung klingen beunruhigend und umfassen schwerwiegende Vorwürfe wie Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung. Das Kindeswohl muss selbstverständlich gewahrt werden und den Vorwürfen daher mit der gebotenen Dringlichkeit und Nachdruck nachgegangen werden", sagte die Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis. Jenseits der Aufklärung des Sachverhalts werde man sich auch der Frage widmen, warum das Landesjugendamt nur angekündigte Besuche in der Einrichtung durchgeführte, so Leonidakis weiter.

Auch die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und Vorsitzende der Sozial-Deputation Birgitt Pfeiffer nimmt die Vorwürfe ernst: "Wir erwarten eine schnelle und umfassende Aufklärung durch das Sozialressort. Ein entsprechender Bericht ist für die Sitzung der Sozialdeputation angekündigt. Bevor wir diese Informationen erhalten haben, können wir uns zu dem Fall nicht äußern."

Schwere Vorwürfe gegen Bremer Jugendhilfeträger

Video vom 3. November 2020
Die EIngangstür einer Hilfseinrichtung. Darauf die Aufschrift "Kommunikations-, Betreuungs- und Beratungszentrum Initiativa... zur sozialen Rehabilitation e.V.".
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Alles zum Thema:

Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. November 2020, 19:30 Uhr