Diese Tiere haben die Bremer 2020 begeistert

Zwei ausgebüxte Kängurus, Seepferdchen in der Nordsee und ein Happy-End für Hündin Betty: Diese Tiergeschichten bewegten die Bremer und Bremerhavener 2020.

Ein Wallaby schaut in die Kamera und steht vor einem Zaun.
Besonders die beiden ausgebüxten Wallabys aus Brake hielten die Bremer mehrere Tage in Atem – leider überlebte eins seinen Ausflug nicht, denn es starb bei einem Zusammenstoß mit einem Auto. (Symbolbild) Bild: DPA | newscom

Eine Meldung hielt viele Bremer in Atem: Zwei Kängurus waren in Brake aus einem privaten Gehege ausgebrochen und mussten aufwendig von der Polizei gesucht werden – doch leider überlebte eins der Wallabys den Ausflug nicht. Es wurde von einem Auto angefahren und starb an seinen Verletzungen.

Doch zum Glück gab es auch erfreuliche tierische Nachrichten. Ein Happy End hat in diesem Jahr Hündin Betty gefunden – auch sie dürfte vielen ein Begriff sein, nachdem sie schwer verletzt bei einer Tierärztin in Delmenhorst abgegeben worden war. Bei dieser Tierärztin lebt Betty noch heute. Gegen ihre angeblichen Finder laufen mittlerweile Ermittlungen. Sie sollen tatsächlich die Halter der Hündin gewesen sein und Betty mit ihren Verletzungen nicht schnell genug zum Tierarzt gebracht haben.

Spektakuläre Tierfunde gab es dieses Jahr: Ein Junge hat zum ersten Mal seit 50 Jahren ein Seepferdchen in der Nordsee entdeckt. Und es gab sogar einen weiteren Fund. Fischer hatten ebenfalls ein kurzschnäuziges Seepferdchen in ihrem Netz. Die beiden Tiere wohnen nun in einem Aquarium auf Borkum.

In der Nordsee wurden außerdem so viele Seehunde wie nie zuvor gesichtet. 10.382 Tiere wurden dieses Jahr gezählt. Die Seehunde sind ein wichtiger Bioindikator für den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer: "Anzahl und Gesundheitszustand lassen Rückschlüsse auf die Wasserqualität und auf den Fischbestand zu. Und damit eben auch auf das empfindliche Lebensmittel Fisch", erläutert der Tierarzt Eberhard Haunhorst. Seit 2005 wird das jährliche Seehundmonitoring vom LAVES organisiert, bereits seit 1958 wird der Seehundbestand in Niedersachsen systematisch erfasst.

Nicht nur im Meer waren seltene Tiere zu beobachten: In Findorff ließen sich gleich mehrere Eulen auf einem Baum nieder – und viele Bremer aus anderen Stadtteilen pilgerten in das Wohngebiet, um einen Blick auf die nachtaktiven Vögel zu erhaschen.

Nicht ganz so sehr wie die Spaziergänger über die Eulen dürfte sich ein Bremer über seinen Fund gefreut haben. In seiner Küche tauchte plötzlich ein Skorpion auf – und der Mann brachte in Windeseile seine blinde Katze in Sicherheit.

Für Rätselraten sorgten zwei tierische Phänomene in diesem Jahr: Zum einen wurde in Cuxhaven ein Wolf gesichtet, während er durchs Watt lief – zum anderen mussten Anfang des Jahres viele Vogelbeobachter melden, dass Blaumeisen starben. Dieses Rätsel wurde später gelöst: Die Tiere starben an einer Lungenentzündung.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Dezember 2020, 19:30 Uhr