Corona-Inzidenz 0 in Bremerhaven: Ist das auch in Bremen möglich?

Auf einer Schutzmaske zeigt ein Pfeil einen sinkenden Inzidenzwert an
Bild: Imago | IMAGO / Christian Ohde
Bild: Imago | IMAGO / Christian Ohde

Die Null sei "enorm erfreulich", so Gesundheitssprecher Lukas Fuhrmann. Man begegne dem Wert aber erstmal noch mit Zurückhaltung – gerade mit Blick auf die Delta-Variante.

Seit Donnerstag liegt die Stadt Bremerhaven mit 0,0 auf dem tiefsten Inzidenzwert seit Beginn der Erhebung des Wertes. Eine Basis für weitere Lockerungen stelle das jedoch erstmal nicht dar, so der Sprecher des Gesundheitsressorts Lukas Fuhrmann zu buten un binnen. "Dieser Wert ist natürlich enorm erfreulich. Aber es ist auch eine Momentaufnahme, es gibt eine Dunkelziffer, es gibt Mobilität der Bremerhavener.", äußerte sich Fuhrmann.

Entsprechend stünden auch bislang keine weiteren Lockerungen in Aussicht. So wie in Niedersachsen die Clubs zu öffnen sei keine Option, und auch die anstehende "Lütte Sail" in Bremerhaven sei nicht betroffen, da diese ohnehin über eine Ausnahmegenehmigung stattfinden würde. Die Situation könne sich wieder stark verändern, denn mit der Delta-Variante gebe es eine Variable, die zurzeit noch schwer kalkulierbar sei, so Fuhrmann.

Es reicht ein Ausbruchsgeschehen, und wir stehen womöglich schon wieder vor einer ganz anderen Situation. Daher freuen wir uns über die Null, begegnen ihr aber erstmal mit Zurückhaltung und Demut.

Der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, steht draußen und vor Bäumen schaut in die Kamera.
Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts

Inzidenzwert in Bremen: Stagnation oder Stabilität?

Anders als in Bremerhaven hat der Inzidenzwert der Stadt Bremen seinen Sinkflug nicht fortsetzen können. Zuletzt stieg er wieder leicht und liegt nun bei 9,1. Damit stehe man aber trotzdem gut da, so Fuhrmann. "Großstädte sind da einfach in einer ganz anderen Situation. Bei Bremen ist das Pendeln, also die Mobilität ein großer Faktor, und wenn man sich andere Städte in Bremens Größenordnung anschaut, stößt man da auf ähnliche Werte." Ein kleiner Vergleich: Im ähnlich großen Dortmund beträgt der Inzidenzwert zurzeit 10,5, Hamburg liegt bei 10,1. Mit 17,0 misst Frankfurt innerhalb der deutschen Städte zurzeit den höchsten Wert.

Sollten Bremen und Bremerhaven bei ihren niedrigen Zahlen bleiben, stelle sich natürlich mittel- bis langfristig die Frage nach weiteren Maßnahmen und Lockerungen. "Langsam, aber unweigerlich steuern wir ja auch auf die Frage zu: Wie endet die Pandemie denn eigentlich?" Daran arbeite zurzeit bundesweit die Arbeitsgemeinschaft Infektionsschutz. Denn so viel ist Fuhrmann zufolge klar: "Die Entscheidung wird am Ende keine bremische sein."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. Juni 2021, 18 Uhr