Bremer Hausärzte eröffnen Infekt-Untersuchungsstellen

  • Die ersten zwei Infekt-Untersuchungsstellen in Bremen nehmen Arbeit auf
  • Hausärzte und Praxispersonal sollen so besser geschützt werden
  • Zwei weitere Untersuchungsstellen sollen nächste Woche eröffnet werden
Ein Arzt zieht sich eine Schutzhaube und Schutzmaske über.
Entlastung und besseren Schutz versprechen sich die Bremer Hausärzte von den neuen Infekt-Untersuchungsstellen. Bild: DPA | Marcel Kusch

Der Bremer Hausärzteverband geht angesichts der Corona-Krise neue Wege. In Bremen-Süd und Bremen-Mitte haben die Hausärzte zwei sogenannte Infekt-Untersuchungssstellen eingerichtet. Sie haben jetzt die Arbeit aufgenommen. Patienten, die Krankheitssymptome wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber haben, und die keinen Anspruch auf einen Corona-Test haben, können dort untersucht werden.

Überweisung ist notwendig

Ähnlich wie bei den Corona-Ambulanzen können Patienten aber nicht eigenmächtig dort erscheinen. Sie benötigen ebenfalls eine Überweisung. Erster Ansprechpartner bleibt also auch hier der Hausarzt. Der entscheidet dann, ob eine telefonische Diagnose ausreicht oder ob der persönliche Kontakt mit einem Arzt notwendig ist.

Der Hausärzteverband verspricht sich davon eine Entlastung und einen besseren Schutz der Ärzte und des Praxispersonals, vor allem weil die Schutzausrüstung in den Praxen immer knapper wird.

Hausärzte kritisieren Kassenärztliche Vereinigung

Kritik übt der Hausärzteverband an der Kassenärztlichen Vereinigung. Es sei bedauerlich, dass die Kassenärztliche Vereinigung weiterhin auf eine Schutzausrüstung-Lieferung aus Berlin warte und nicht selbst tätig werde, sagte der Vorsitzende des Bremer Hausärzteverbands, Dr. Hans-Michael Mühlenfeld zu buten un binnen. "Aufgrund der anhaltend fehlenden Unterstützung müssen wir davon ausgehen, dass uns weiterhin keine persönlichen Schutzausrüstungen zeitnah zur Verfügung stehen werden.“ In Eigenregie und mit Hilfe von Patienten wurden zwischenzeitlich waschbare Mund-Nasen-Schutz-Masken genäht, die die Ärzte zum Selbstkostenpreis von etwa 2,50 Euro kaufen können. Fast 400 Masken wurden so mittlerweile hergestellt.

Die jetzt eröffneten Untersuchungsstellen sollen erst der Anfang sein. Nach Angaben von Dr. Mühlenfeld sollen in der nächsten Woche zwei weitere Untersuchungsstellen in Bremen-Nord und in Huchting dazukommen.

Zu wenig Schutzmaßnahmen: Corona-Gefahr im Beruf?

Video vom 27. März 2020
Ein Mann und eine Frau stehen hinter einem Tresen in einer Arztpraxis. Beide tragen einen Mundschutz.
Bild: Importer

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 30. März 2020, 16:40 Uhr