So entsteht in der Messehalle 7 gerade Bremens Impfzentrum

Bis zu 1.500 Menschen täglich sollen bald auf der Bürgerweide gegen Corona geimpft werden. Montag übergibt die Messe ihre Halle 7 dem Krisenstab. So sieht es vor Ort aus.

Video vom 9. Dezember 2020
Aufbauarbeiten im zukünftigen Impfzentrum in Bremen
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Das Impfzentrum in Halle 7 der Bremer Bürgerweide nimmt Gestalt an. "Wir werden die Halle am Montag fertig dem Krisenstab übergeben." Das hat Hans Peter Schneider, Chef der Messe Bremen, am heutigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor Ort versichert.

Zwar steht weiterhin nicht fest, wann das Land Bremen wie viele Corona-Impfdosen bekommen wird. Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, ist jedoch zuversichtlich, dass ab Anfang Januar die ersten Bremerinnen und Bremer im Impfzentrum auf der Bürgerweide geimpft werden können. Parallel dazu soll es auch in der Stadthalle Bremerhaven losgehen.

Impfzentrum mit Reserveflächen

Das Impfzentrum der Stadt Bremen wird, wie Messe-Chef Hans Peter Schneider Mittwoch erklärte, in fünf zentrale Bereiche aufgeteilt sein:

  • in einen Eingangsbereich mit zwölf Empfangsschaltern
  • einer Wartezone
  • einem Aufklärungsbereich, in dem Ärzte über die Risiken der Impfung informieren
  • einen Impfbereich
  • eine Ruhezone, in der sich die geimpften Personen etwa eine halbe Stunde erholen sollen, ehe sie die Halle wieder verlassen
Ein Mann mit Maske und Hut koordiniert den Aufbau des Impfzentrums in Bremen
Messe-Chef Hans Peter Schneider führt die künftige Ruhezone des Impfzentrums in Halle 7 vor. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Ein großer Teil der Halle 7 bleibt zudem ungenutzt. "Das ist Absicht", sagt Schneider dazu. Denn auf diese Weise könne das Impfzentrum, falls nötig, seine Kapazitäten vor Ort kurzfristig erhöhen. Da in der Anfangszeit allerdings aller Voraussicht nach ein großer Mangel an Impfdosen herrschen wird, sieht sich Bremen dazu gezwungen, zunächst nur Personen aus Risikogruppen zu impfen. Und das nicht auf der Bürgerweide: Ein besonderer Schwerpunkt werde dabei auf den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen liegen, deren Bewohnerinnen und Bewohner zuerst geimpft werden sollen, sagt Fuhrmann.

Ambulante Teams versorgen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

Zu diesem Zweck setzt Bremen auf die Hilfe ambulanter Teams der Johanniter. Insgesamt, so Johanniter-Regionalvorstand Andreas Setzer, plane man mit sieben mobilen Teams. Diese setzten sich aus je vier Personen pro Schicht zusammen: einem Fahrer, einem Administrator, einer impffähigen Person sowie einem Arzt. "Wir suchen noch händeringend Personal", fasst Setzer den Stand der Dinge zusammen, fügt aber gleich hinzu: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bald unsere Impfteams zusammen haben werden."

Ein Mitarbeiter der Johanniter im Gespräch mit Medienvertretern
Hofft, Anfang Januar mit seinen ambulanten Teams loslegen zu können: Johanniter-Regionalvorstand Andreas Setzer. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Es hätten sich bereits einige Interessenten gemeldet, nach weiteren sehe man sich um. Das Problem: Nicht jeder dürfe impfen. Hierzu sei eine dreijährige medizinische Ausbildung Voraussetzung. Allerdings könnten die Johanniter Personal auch weiterqualifizieren. Setzer geht davon aus, dass die ambulanten Teams ab Anfang Januar für mindestens drei Monate in zwei Tagesschichten im Einsatz sein werden, um Bremens Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bei Impfungen zu unterstützen.

Kassenärztliche Vereinigung unterstützt Impfzentren

Stellwände in den Messehallen
Der Empfangsbereich im Impfzentrum auf der Bürgerweide ist fast schon fertig. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Damit auch genügend Ärzte für die bis zu 1.500 Impfungen pro Tag auf der Bürgerweide zur Verfügung stehen, ruft die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bremen interessierte Ärztinnen und Ärzte dazu auf, sich in den geplanten Impfzentren Bremens und Bremerhavens zu engagieren. Der Aufruf der KV richtet sich gleichermaßen an Vertrags- wie Klinik- und Reha-Ärzte sowie solche des Rettungsdienstes, der Bundeswehr. Auch Privatärzte sowie Mediziner im Ruhestand, in Elternzeit und in Weiterbildung spricht die KV über ihre Website an.

"Wir hatten bis Mittwochvormittag schon ungefähr 250 Interessenten beisammen", sagt Christoph Fox, Pressesprecher der KV. Zwar wisse man noch nicht, wie viele Ärztinnen und Ärzte letztlich in den Bremer Corona-Impfzentren gebraucht würden. Dennoch ist Fox sicher: "Es wird reichen."

Die Hauptaufgabe der Mediziner in den Impfzentren werde voraussichtlich in der Aufklärung der Patienten bestehen und nicht darin, selbst zu impfen. Denn das könnten auch die medizinischen Fachangestellten übernehmen. Möglicherweise, so Fox, werde es darauf hinauslaufen, dass sich die Ärztinnen und Ärzte mitsamt ihren Praxisteams tageweise in den Impfzentren engagieren. Genau dieses Vorgehen hat auch Heidrun Gitter, Präsidentin der Ärztekammer Bremen, am Dienstag gegenüber buten un binnen angeregt.

Das sind die Pläne von Unternehmer Zech für ein Bremer Impfzentrum

Video vom 8. Dezember 2020
Der Unternehmer Kurt Zech im Interview.
Bild: Radio Bremen
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  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember 2020, 19:30 Uhr