In Bremen stapeln sich rund 13.000 Impfdosen von AstraZeneca

Impfdosen von AstraZeneca stehen auf einem Tisch.
Bild: DPA | Dinendra Haria
Bild: DPA | Dinendra Haria
  • Kassenärzte: AstraZeneca-Impfdosen bleiben in Bremen häufig ungenutzt
  • Empfehlung zur Kreuzimpfung sei "Todesstoß" für AstraZeneca
  • Bremer Gesundheitsbehörde lobt hohe Zahl der Zweitimpfungen

Im Bundesland Bremen beobachten die Kassenärzte seit rund zwei Wochen, dass die Nachfrage nach Impfterminen sinkt. Inzwischen sind im Land Bremen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagabend 42,1 Prozent aller Menschen vollständig geimpft, 66,5 Prozent haben immerhin schon die erste Spritze erhalten.

Allerdings tut sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ein neues Problem auf: In den Kühlschränken von Arztpraxen, Großhandel und Apotheken in Bremen stapelt sich mittlerweile fast eine ganze Wochenration von AstraZeneca-Impfstoff, etwa 13.000 Dosen, so die KV. "Mit der neuen Stiko-Empfehlung hat der Impfstoff von AstraZeneca den finalen Todesstoß erhalten", sagte der Sprecher der KVHB, Christoph Fox. "Die Praxen bleiben darauf sitzen und müssen den Impfstoff ungenutzt entsorgen. Das schmerzt viele Ärzte und medizinische Fachangestellte, die sich darüber bitterlich bei der KV Bremen beschweren."

Gesundheitsbehörde: Weniger Nachfrage nach Impfterminen

Insgesamt bleibe es bei einem hohen Arbeitsaufwand in den Praxen, teilweise steige er sogar, sagte der Sprecher mit Blick auf die vorige Woche ergangene neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Kreuzimpfung und der Verkürzung des Impfintervalls. Deshalb müssten viele Nachfragen von Patienten bewältigt und Termine umgebucht werden.

In den Impfzentren werde weiterhin in unvermindertem Tempo geimpft, teilte die Bremer Gesundheitsbehörde mit. Die Geschwindigkeit bei den Zweitimpfungen steige sogar deutlich, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz. Das habe auch mit den niedrigschwelligen Angeboten in den Stadtteilen und den Impfmobilen zu tun, die weiterhin sehr gut angenommen würden. "Wir rechnen aber in den kommenden Wochen mit einer sinkenden Nachfrage, was auch an der sehr hohen Impfquote in Bremen liegt", so Fuhrmann.

So will Bremen die Empfehlung zur Kreuzimpfung umsetzen

Video vom 2. Juli 2021
Eine Person wird geimpft.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 9. Juli 2021, 12 Uhr